Shorttrack-Ass Anna Seidel reist fast allein nach Peking: "Werde schon nicht eingehen"

Dresden/Peking - Als einzige Shorttrack-Vertreterin wird Anna Seidel (23) Deutschland bei den Olympischen Spielen in Peking präsentieren.

Dresdens Shorttrack-Ass Anna Seidel (23) kann sich bei ihren dritten Olympischen Spielen komplett auf ihren Wettkampf konzentrieren. Ablenkungen sind so gut wie ausgeschlossen.
Dresdens Shorttrack-Ass Anna Seidel (23) kann sich bei ihren dritten Olympischen Spielen komplett auf ihren Wettkampf konzentrieren. Ablenkungen sind so gut wie ausgeschlossen.  © dpa/Sebastian Kahnert

Und obwohl es bereits ihre dritten Spiele werden, muss sich die Dresdnerin noch einmal auf eine ganz neue Situation vorbereiten. Denn Anna ist in Peking auf sich gestellt.

Nur eine Begleitperson durfte Seidel nominieren, die Wahl fiel überraschend auf Betreuer Robert Becker, nicht auf National-Coach Stuart Horsepool.

"Das Material ist ein großer Faktor und unser Bundestrainer kann da gewisse Dinge einfach nicht, wie Schienen zu biegen oder einen Radius zu schleifen. Da wäre er etwas aufgeschmissen. Aber Robert kommt aus dem Sport und kennt das Coaching. Im Training haben wir das auch schon geübt, dass ich seine Stimme während des Laufs wahrnehme", begründete Seidel ihre Entscheidung.

Meine Meinung: Für Dynamo schlägt "Die Stunde des Siegers"
Dynamo Dresden Meine Meinung: Für Dynamo schlägt "Die Stunde des Siegers"

"Ich bin auch nicht mehr im Kindesalter, ich kriege das hin."

Doch auf Becker wird sie wohl nur in der Eishalle treffen, der Betreuer muss voraussichtlich in einem Hotel außerhalb des Olympischen Dorfes wohnen. Dort ist die 23-Jährige auf sich allein gestellt.

Auf ihrem Instagram-Profil verkündet Anna Seidel stolz ihre Olympia-Teilnahme

Auch ihren Freund, Eishockeyprofi Moritz Seider (20), wird sie nicht sehen, denn die amerikanische Profiliga NHL wird keine Spieler für das Turnier abstellen.

"Ich werde dennoch nicht vor Einsamkeit eingehen. Die Eisschnelllauf-Kollegen auf der Etage kenne ich außerdem auch ganz gut, da werde ich meine Leute schon finden", gibt sich Seidel optimistisch. Im Vordergrund steht ohnehin der eigene Wettkampf.

Titelfoto: dpa/Sebastian Kahnert

Mehr zum Thema Olympia: