Analyse zeigt grausamen Verdacht: 41 Corona-Tote nach Champions-League-Spiel?

Liverpool - Das Champions-League-Spiel FC Liverpool gegen Atlético Madrid kostete wahrscheinlich 41 Menschen ihr Leben.

Jürgen Klopp (52), Trainer von FC Liverpool, schied mit seiner Mannschaft bei der Partie gegen Atlético aus der Champions League aus.
Jürgen Klopp (52), Trainer von FC Liverpool, schied mit seiner Mannschaft bei der Partie gegen Atlético aus der Champions League aus.  © Adam Davy/PA Wire/dpa

Wie die Sunday Times berichtet, lege eine Analyse der NHS-Daten (britisches Gesundheitssystem) nahe, dass es nach der Partie zu 41 Todesfällen aufgrund des Coronavirus kam.

Liverpools Mannschaft um Trainer Jürgen Klopp trat am 11. März vor 52.000 Besuchern gegen den spanischen Rivalen an.

Neben den Fans der britischen Mannschaft waren auch rund 3000 Atlético-Anhänger in dem Stadion zu Gast.

Das Spiel war das letzte große Spiel in England, bevor Sperrbeschränkungen erlassen wurden und die Liga aufgrund des Ausmaßes der Coronavirus-Pandemie vorübergehend gesperrt wurde.

Die Datenanalyse ergab, dass die Partie in Anfield zwischen 25 und 35 Tagen später zu 41 weiteren Todesfällen geführt hat.

Laut Schätzungen hatte Spanien zu diesem Zeitpunkt rund 640.000 positive Coronavirus-Fälle, während es in Großbritannien ungefähr 100.000 Infizierte gab.

Zu dieser Zeit herrschten in Spanien bereits massive Einschränkungen aufgrund der steigenden Infektionszahlen.

Die meisten Unternehmen, Schulen und Restaurants waren bereits geschlossen.

Das Cheltenham Festival lockte auch dieses Jahr unzählige Pferdesport-Begeisterte an.
Das Cheltenham Festival lockte auch dieses Jahr unzählige Pferdesport-Begeisterte an.  © Simon Cooper/PA Wire/dpa

"Es machte keinen Sinn, dass zu dieser Zeit 3000 Atletico-Fans nach Anfield reisen konnten", sagte Martinez-Almedia gegenüber dem spanischen Radiosender Onda Cero.

"Es war ein Fehler", ergänzte der Bürgermeister von Madrid.

Die britische Regierung verteidigte die Entscheidung, Großveranstaltungen wie das Spiel in Anfield zuzulassen, obwohl 10 Tage später soziale Distanzierungsmaßnahmen eingeführt wurden.

Auch ein weiteres Champions-League-Spiel steht im Verdacht, die Verbreitung des Coronavirus massiv beschleunigt zu haben.

Am 19. Februar hatte in Mailand das Achtelfinal-Hinspiel zwischen Atalanta Bergamo und dem FC Valencia vor ausverkauften Rängen stattgefunden.

Die Region rund um Mailand machte in den folgenden Wochen Schlagzeilen, weil hier die größte Infektionswelle in ganz Italien herrschte.

Auch eine weitere Großveranstaltung steht in der Kritik, die weltweite Pandemie weiter vorangetrieben zu haben: Das Cheltenham-Festival mit mehr als 250.000 Besuchern soll 37 Todesfälle zu verantworten haben.

Das Pferderennen in Gloucestershire fand vom 11. bis zum 13. März statt.

Titelfoto: Adam Davy/PA Wire/dpa

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