Super-Bowl-Halbzeitshow im Netz zerlegt: "Wenn man Michael Jackson bei Wish bestellt"

Tampa - Mehr Montag als alles andere? Der Kanadier "The Weeknd" (30) wurde die große Ehre zuteil, die Super-Bowl-Halbzeitshow in Tampa, Florida zu liefern. Doch so richtig abgeliefert hat er scheinbar nur bei den wenigsten. Im Gegenteil, seine Performance erinnerte viele mehr an einen verregneten Wochenstart als an Wochenend-Feierlaune.

The Weeknd (30) hatte sich einiges vorgenommen. Doch der Funke sprang nicht über.
The Weeknd (30) hatte sich einiges vorgenommen. Doch der Funke sprang nicht über.  © Ashley Landis/AP/dpa

Es ist inzwischen Fluch und Segen zugleich. Wer sich in der Halbzeit des Super Bowls einem Millionenpublikum weltweit präsentieren darf, bekommt die wohl schillerndste Bühne des Erdballs.

Doch so groß das Interesse, so hoch auch die Chance, tief zu fallen.

Die internationale Presse ist dabei nicht halb so gnadenlos wie die vielen Social-Media-User. Auch in der Nacht zu Montag wurde wieder fleißig getwittert - und "The Weeknd" bekommt sein Fett weg.

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Dabei hat er sich wirklich alle Mühe gegeben, sogar sieben Millionen US-Dollar selbst geblecht, um in Tampa zu performen.

Doch der verwöhnte Super-Bowl-Halbzeitshow-Gucker braucht alles, er braucht mehr, und er will vom Sofa gehauen werden-

Und der Kanadier schaffte es nicht. Zumindest, wenn man den Einträgen auf Twitter und Co. folgt.

Wenig Zuschauer im Stadion, die Marschroute war klar...

Das Raymond James Stadium in Tampa, Florida, war aufgrund der Pandemie nur zu einem Drittel ausgefüllt. Die Aufgabe war demzufolge klar: Ekstase ist im Stadion nur schwer zu erreichen - das Augenmerk muss auf den Leuten vor den Bildschirmen liegen.

Dass es eine Königsdisziplin ist, Millionen Zuschauern aus den verschiedensten Ecken der Welt innerhalb von 15 Minuten abzuholen und auf Touren zu bringen, ist ohnehin klar.

Es stellte sich jedoch als Herkulesaufgabe dar.

The Weeknd zu viel Michael Jackson und das noch nicht mal gut?

Und so prügelte der 30-Jährige seine größten Hits durch, garniert mit ausgefeilter Choreo, monströsem Bühnenbild und seinem typischen Michael-Jackson-Abklatsch-Outfit (Hose, Hemd, Krawatte und Handschuhe in Schwarz, dazu ein rotes Pailletten-Jackett in Funkel-Optik).

Und wohl auch das war es, was neben einer sehr unterdurchschnittlichen Tonqualität ein großer Minuspunkt gewesen zu sein scheint: Zu viel Michael Jackson und das noch nicht mal gut.

Mehr noch, für viele war es "ermüdend" und "fad", wie oft auf Twitter geschrieben wurde.

Daran konnten blinkende Neonschilder und ein Lichtermeer sowie eine im Hintergrund flackernde Las-Vegas-Kulisse nichts ändern.

Songs wie "Blinding Lights" und "Starboy" brachten nicht den erwünschten Effekt

Und während er eben Hits wie "Blinding Lights", "Starboy" oder "Can't Feel My Face" performte hagelte es mehr und mehr Kritik.

Tweets wie "Songs, die du vergessen hast, bevor sie zu Ende sind" oder "The Weeknds Show sah aus wie Michael Jackson auf Wish bestellt" waren dabei noch die etwas harmloseren.

J.Lo und Shakira haben die Messlatte wohl (zu) hoch gehängt

Auch die Spiegelshow, die zumindest einen Hauch von Okay-Hab-Ich-So-Noch-Nicht-Gesehen versprühte, wurde dann schon eher mit einem betrunkenem Gang auf die Club-Toilette verglichen.

Alles in allem scheinen die Zuschauer letztlich mehr genervt als unterhalten worden zu sein.

Klar ist aber auch: die beiden Powerfrauen um Shakira (44) und Jennifer Lopez (51) haben die Latte im letzten Jahr auch verdammt hochgelegt. Scheinbar zu hoch...

Titelfoto: Ashley Landis/AP/dpa

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