Mega-Comeback nach 0:2-Rückstand: Alexander Zverev im US Open-Finale!

Hamburg/New York - Deutschlands Tennis-Nr. 1 Alexander Zverev hat es geschafft: Bei den US Open hat er zum ersten Mal in seiner Karriere das Finale eines Grand-Slam-Turniers erreicht.

Tennis-Profi Alexander Zverev freut sich über seinen Finaleinzug.
Tennis-Profi Alexander Zverev freut sich über seinen Finaleinzug.  © Frank Franklin Ii/AP/dpa

Der 23-jährige Hamburger gewann am Freitag in New York gegen Pablo Carreño Busta aus Spanien ein packendes Fünf-Satz-Match noch 3:6, 2:6, 6:3, 6:4, 6:3.

Im Finale am Sonntag (22 Uhr MESZ/Eurosport) trifft der Weltranglisten-Siebte auf Australian-Open-Finalist Dominic Thiem aus Österreich. Thiem entschied das zweite Halbfinale gegen den Russen Daniil Medwedew mit 6:2, 7:6 (9:7), 7:6 (7:5) klar für sich.

In Melbourne hatte Zverev zu Beginn dieses Jahres erstmals ein Grand-Slam-Halbfinale erreicht, vor der monatelangen Unterbrechung der Tour wegen der Coronavirus-Pandemie aber gegen seinen guten Freund Thiem verloren.

Nun drehte er erstmals überhaupt einen 0:2-Satzrückstand und zog als erster deutscher Tennisspieler seit Michael Stich 1994 in Flushing Meadows ins Finale ein. 

"Ich konnte es nicht glauben, als ich 0:2 in Rückstand geriet, und das als Favorit. Ich wusste gar nicht, was los war, aber ich wusste, dass ich besseres Tennis spielen musste. Ich bin in meinem ersten Grand-Slam-Finale, das ist das Wichtigste", sagte Zverev nach 3:22 Stunden im Siegerinterview auf dem Platz.

Dabei war er miserabel in die Partie gegen Carreño Busta gestartet. Zum 1:3 nahm der Weltranglisten-27. aus Gijon im ersten Satz Zverev das Aufschlagspiel ab. Als nach 40 Minuten eine Rückhand des Deutschen im Netz landete, war Durchgang eins entschieden. 

Im zweiten Satz wurde es zunächst noch schlimmer: Gleich im ersten Spiel kassierte Zverev ein Break. Er kämpfte zwar, doch der frühere Top-Ten-Spieler Carreño Busta wusste auf alles die bessere Antwort und spielte grundsolide und unaufgeregt.

Zverev wie verwandelt ab dem dritten Satz

Im Finale trifft Zverev auf seinen guten Freund Dominic Thiem (27) aus Österreich.
Im Finale trifft Zverev auf seinen guten Freund Dominic Thiem (27) aus Österreich.  © Frank Franklin Ii/AP/dpa

Nach dem verlorenen zweiten Satz verließ Zverev kurz den Platz - und kam regelrecht verwandelt wieder. Er wurde nun stärker, spielte präziser und leistete sich weniger Fehler.

Mit dem Satzgewinn zum 6:3 keimte wieder Hoffnung auf. Im vierten Durchgang wurde es dann kurzzeitig unschön, als Carreño Busta beim Stand von 3:5 aus seiner Sicht einen harten Ball direkt auf Zverevs Körper schlug.

Der Spanier entschuldigte sich zwar sofort, doch Zverev blickte in einer Mischung aus Unverständnis und Unversöhnlichkeit über das Netz. Mit einem Ass nutzte Zverev schließlich seinen vierten Satzball zum 2:2-Ausgleich.

Vor dem fünften Satz musste sich Carreño Busta am Rücken behandeln lassen und nahm eine dreiminütige medizinische Auszeit. Zverev nutzte diese Schwächephase und ging mit einem Break sofort 1:0 in Führung.

Den ersten Matchball ließ Zverev wenig später noch ungenutzt, dann landete eine Rückhand des Spaniers im Netz.

Titelfoto: Frank Franklin Ii/AP/dpa

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