Djokovic zu stark für Kyrgios: Serbe triumphiert in Wimbledon

London (Großbritannien) - Novak Djokovic (35) hat die australische Rebellion in seinem Rasenreich Wimbledon erfolgreich zurückgeschlagen. Der serbische Seriensieger triumphierte im Finale über Nick Kyrgios (27) - und damit zum vierten Mal in Folge im All England Club.

Spannendes Endspiel: Novak Djokovic (35) konnte sich im Wimbledon-Finale gegen Nick Kyrgios durchsetzen.
Spannendes Endspiel: Novak Djokovic (35) konnte sich im Wimbledon-Finale gegen Nick Kyrgios durchsetzen.  © Kirsty Wigglesworth/AP/dpa

Nach exakt drei Stunden verwandelte der überragende Djokovic seinen dritten Matchball zum 4:6, 6:3, 6:4, 7:6 (7:3) gegen den entnervten Kyrgios.

Mit insgesamt sieben Titeln in Wimbledon schloss er zu seinem Jugendidol Pete Sampras (50) auf und liegt nur noch einen Erfolg hinter Rekordchampion Roger Federer (40) - zudem nähert er sich im "ewigen" Grand-Slam-Ranking dem Spitzenreiter.

Nach Djokovics 21. Triumph im 32. Finale ist Rafael Nadal (36, 22 Titel) wieder in Reichweite.

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Djokovic, Federer, Nadal: Die Dominanz der Großen drei war oft erdrückend. In den letzten 20 Jahren gesellte sich in Wimbledon nur Andy Murray (35) zu diesem Siegertrio.

Kyrgios brachte die Unberechenbarkeit zurück ins Finale: Genialität und Wahnsinn, Weltklasse und Wutanfälle liegen bei ihm eng beieinander. Djokovic befürchtete "ein Feuerwerk".

Doch die bedeutende Bühne, die Königlichen Hoheiten William (40), Kate (40) und Sohn George (8) in der Royal Box und die einmalige Chance holten zunächst die seriöse Seite aus Kyrgios hervor. Verrückt spielte hier niemand, die Nervosität hatte der Außenseiter gut im Griff, der erste Aussetzer passierte Djokovic: Mit einem Doppelfehler gab er seinen Aufschlag ab.

Wenig später war der Satz weg, doch davon ließ sich Djokovic nicht beunruhigen.

Jubelnd reckt Novak Djokovic seine Arme empor.
Jubelnd reckt Novak Djokovic seine Arme empor.  © Alastair Grant/AP/dpa

Novak Djokovic behält gegen Nick Kyrgios die Ruhe und krönt sich in Wimbledon zum siebten Mal

Nick Kyrgios (27) hatte sich auch im Finale einmal mehr nicht immer unter Kontrolle.
Nick Kyrgios (27) hatte sich auch im Finale einmal mehr nicht immer unter Kontrolle.  © Kirsty Wigglesworth/AP/dpa

Im zweiten Durchgang gelang ihm der Durchbruch: Zum ersten Mal im dritten Duell nahm er Kyrgios dessen Aufschlag ab, die ersten zwei Matches hatte Djokovic 2017 verloren.

Er war also gewarnt, zumal Kyrgios im Turnier eine erstaunliche Entwicklung durchgemacht hatte.

Vom Super-Flegel, der auf den Heiligen Rasen rotzt, Schieds- und Linienrichter beschimpft und Gegner zur Weißglut treibt, bis hin zu einem ernstzunehmenden Titelkandidaten dauerte es nur wenige Tage. 14.000 Dollar Strafe sammelte Kyrgios auf diesem Weg - allerdings auch viel Erfahrung, selbst wenn das Halbfinale gegen den verletzten Nadal als Härtetest fehlte.

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Doch Kyrgios wandelt auf einem schmalen Grat, Djokovic zog das Tempo an, sein Gegner die Schultern hoch. Immer häufiger brüllte Kyrgios über den Centre Court, auf dem Djokovic seit 2013 (!) kein Match mehr verloren hat. Er schimpfte über eine Zuschauerin, die angeblich gestört hatte und aussehe, "als hätte sie 700 Drinks gehabt".

Es fielen Worte, die der kleine Prinz George noch nicht oft gehört haben dürfte.

Djokovic blieb gelassen, er hatte Kyrgios, wo er ihn wollte, er dominierte die Partie, breakte nach 0:40 zum 5:4 und ging mit 2:1 Sätzen in Führung. Kyrgios suchte die Schuldigen in seiner Box, Djokovic die Entscheidung, Kyrgios rettete sich mit seinem starken Aufschlag (insgesamt 30 Asse) in den Tiebreak, Djokovic behielt die Nerven.

Für ihn könnte es der letzte Grand-Slam-Titel für längere Zeit gewesen sein. Die US Open in New York (ab Ende August) wird er wohl verpassen, Djokovic verweigert die Impfung und darf somit nicht einreisen. Auch in Australien Anfang 2023 wird der 35-Jährige nach dem Gerichtstheater in diesem Jahr sicher nicht mit offenen Armen empfangen werden.

Titelfoto: Alastair Grant/AP/dpa

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