Rückschlag für Novak Djokovic: Regierung erklärt sein Visum für ungültig

Melbourne - Nächste Wendung im Fall Novak Djokovic (34): Der australische Einwanderungsminister Alex Hawke (44) hat das Visum des serbischen Tennisprofis in einer persönlichen Entscheidung für ungültig erklärt.

Es wird immer unwahrscheinlicher, dass Novak Djokovic (34) doch noch an den Australien Open teilnehmen kann.
Es wird immer unwahrscheinlicher, dass Novak Djokovic (34) doch noch an den Australien Open teilnehmen kann.  © Scott Barbour/Tennis Australia/AP/dpa

Dies sei gut begründet und "im öffentlichen Interesse", teilte der Minister am Freitag mit. Eine Teilnahme des Weltranglisten-Ersten an den Montag beginnenden Australian Open ist damit zwar noch nicht ausgeschlossen, weil der 34-Jährige möglicherweise weitere Rechtsmittel einlegen kann, aber unwahrscheinlich geworden.

Djokovic ist nicht gegen das Coronavirus geimpft und deswegen eine umstrittene Person in dem Land, das seit Beginn der Pandemie harte Regeln aufgestellt hat.

Bereits bei der Ankunft in der vergangenen Woche hatten die Behörden Djokovic die Einreise verweigert und die vorgelegten Dokumente für seine medizinische Ausnahmegenehmigung als unzureichend eingestuft. Weil ihm dabei aber nicht genug Zeit zum Reagieren zugestanden wurde, kippte ein Richter das Einreiseverbot im Laufe einer Gerichtsverhandlung am Montag.

Nächster Corona-Fall bei den deutschen Handballern: "Ich verstehe die Welt nicht mehr!"
Handball-EM Nächster Corona-Fall bei den deutschen Handballern: "Ich verstehe die Welt nicht mehr!"

Djokovic trainierte seither ganz normal und bereitete sich auf die Australian Open vor. Dort ist er Titelverteidiger, am Donnerstag war ihm der Serbe Miomir Kecmanovic als Gegner für die erste Runde zugelost worden.

Novak Djokovic wehrt sich gegen die Vorwürfe: Fehlinformationen über ihn seien "verletzend und beunruhigend"

Australiens Einwanderungsminister Alex Hawke (44) hat Djokovics Visum für ungültig erklärt.
Australiens Einwanderungsminister Alex Hawke (44) hat Djokovics Visum für ungültig erklärt.  © Mick Tsikas/AAP/AP/dpa

Die australische Regierung hatte angekündigt, weitere Schritte in Betracht zu ziehen, um Djokovic das Visum zu entziehen. Der Fall wurde auch für die Politik des Landes zu einer heftigen Belastungsprobe, nachdem Australien viele Monate in harten Lockdowns verbracht hatte und auch viele Bürger des Landes wegen der scharfen Regeln lange Zeit nicht in ihre Heimat einreisen durften.

Am Mittwoch bestritt Djokovic absichtliche Falschangaben und die Gefährdung anderer Menschen, räumte aber Fehler im Umgang mit seinem positiven Testergebnis ein.

Via Instagram wehrte er sich vor allem gegen zwei Vorwürfe: Weder habe er absichtlich eine falsche Angabe zu seinem Reiseverhalten in den 14 Tagen vor dem Flug ins Gastgeberland der Australian Open gemacht noch habe er im Wissen seines positiven Coronatests im Dezember eine Veranstaltung mit Kindern besucht und sich dort ohne Maske bewegt.

Ex-Dynamo Stefaniak findet neuen Verein in der 3. Liga
Dynamo Dresden Ex-Dynamo Stefaniak findet neuen Verein in der 3. Liga

Djokovic bezeichnete die "Fehlinformationen", die korrigiert werden müssten, als "verletzend und beunruhigend für meine Familie".

Falsch ausgefülltes Einreiseformular sei Folge eines "menschlichen Fehlers"

Der Tennisstar räumt zwar einige Fehler ein, sich einfach gegen Corona impfen zu lassen lehnt er aber offenbar weiterhin ab.
Der Tennisstar räumt zwar einige Fehler ein, sich einfach gegen Corona impfen zu lassen lehnt er aber offenbar weiterhin ab.  © Mark Baker/AP/dpa

Er räumte aber ein, dass er bei einem Interview mit der französischen Sportzeitung "L'Equipe" am 18. Dezember bereits von seinem positiven Testergebnis wusste und den Termin dennoch nicht abgesagt habe.

"Obwohl ich nach dem Interview nach Hause bin und mich für die vorgeschriebene Dauer in Isolation begeben habe, war das, nach genauerem Nachdenken, eine Fehleinschätzung und ich sehe ein, dass ich diese Verpflichtung hätte verschieben sollen", schrieb er.

Dass in seinem Einreiseformular fälschlicherweise angegeben wurde, er sei in den 14 Tagen vor seinem Flug nach Australien nicht gereist, bezeichnete Djokovic in seiner Ausführung als "menschlichen Fehler" seiner Agentin, "der sicher nicht absichtlich" geschehen sei.

Titelfoto: Scott Barbour/Tennis Australia/AP/dpa

Mehr zum Thema Tennis: