Corona-Angst vor Olympia: Doll extrem besorgt, Lesser lässt sogar Generalprobe aus

Ruhpolding - Seinen zweiten Platz im Weltcup-Sprint von Ruhpolding konnte DSV-Biathlet Benedikt Doll (31) nicht wirklich feiern. Denn drei Wochen vor Beginn der Olympischen Winterspiele in Peking ist das Thema Corona allgegenwärtig.

Die Olympischen Spiele in Peking stehen an, Benedikt Doll (31) ist aufgrund der aktuellen Coronavirus-Situation extrem besorgt.
Die Olympischen Spiele in Peking stehen an, Benedikt Doll (31) ist aufgrund der aktuellen Coronavirus-Situation extrem besorgt.  © Sven Hoppe/dpa

"Man passt sehr auf, es ist schon belastend. Man muss sich so viele Gedanken machen, mit wem man Kontakt haben kann und so weiter", sagte Doll nach seinem insgesamt elften Podiumsplatz im Weltcup.

Seine Eltern sind zwar im bayerischen Biathlon-Mekka vor Ort, aber auch sie können coronabedingt wie die anderen Fans nicht in die Chiemgau-Arena. "Ich werde meine Eltern auch meiden. Wir haben telefoniert und uns mal 15 Minuten zum Spaziergang getroffen. Ich wollte mit ihnen essen gehen, aber das habe ich abgesagt, weil es ein zu großes Risiko ist", sagte der Schwarzwälder.

Nachdem sich bei den Frauen Medaillenhoffnung Franziska Preuß (27) bereits infiziert hatte, war am Mittwoch der positive Fall von Johannes Kühn (30) bekannt geworden. "Wenn man jetzt in Quarantäne muss, ist es mit Olympia vorbei", sagte der Sprint-Sechste Erik Lesser (33) mit Blick auf die Spiele.

Während Doll beim kommenden Weltcup in Antholz im Einzel und im Massenstart an den Start gehen wird, lässt Lesser die eigentlich wichtige Olympia-Generalprobe aus. Nach der Einkleidung für die Spiele am kommenden Montag in München fährt der 33-Jährige nach Hause nach Oberhof zu seiner Lebensgefährtin Nadine und Tochter Anouk.

Erik Lesser (33) lässt wegen der Coronavirus-Lage sogar die Olympia-Generalprobe aus.
Erik Lesser (33) lässt wegen der Coronavirus-Lage sogar die Olympia-Generalprobe aus.  © Sven Hoppe/dpa

Erik Lesser vor den Olympischen Spielen: "Zu Hause fühle ich mich relativ sicher"

"Zu Hause fühle ich mich relativ sicher. Wir sind alle zu Hause 2G-plus und wir haben familiär eigentlich keine Kontakte", erklärte der Routinier hinsichtlich seiner Entscheidung. Das einzige Einfallstor sei der Kindergarten, auch das Einkaufen direkt im Laden versuche seine Familie wegzulassen und es lieber über Bestellungen zu machen.

"Das habe ich schon die ganze Saison so praktiziert und fühle ich mich da schon sicher", sagte der Thüringer.

Titelfoto: Montage: Sven Hoppe/dpa

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