Saisonziel in Gefahr! Das Rest-Programm der Kölner Haie bereitet Sorgen

Köln - Wir.Atmen.Eishockey. So lautet der Slogan, mit dem die Kölner Haie in der Stadt um Aufmerksamkeit werben. Angesichts der aktuellen Tabellensituation stellt sich allerdings die Frage: Wie lange noch?

Haie-Stürmer Marcel Müller (32, m.) jubelt nach seinem 1:0 Treffer im Auswärtsspiel bei den Eisbären Berlin mit seinen Teamkollegen James Sheppard (32, l.) und Moritz Müller (34). (Archivfoto)
Haie-Stürmer Marcel Müller (32, m.) jubelt nach seinem 1:0 Treffer im Auswärtsspiel bei den Eisbären Berlin mit seinen Teamkollegen James Sheppard (32, l.) und Moritz Müller (34). (Archivfoto)  © Andreas Gora/dpa

Die Play-offs zu erreichen, war das vor Saisonbeginn ausgewiesene Ziel von Headcoach Uwe Krupp (55). Rein vom Papier her sah die Nordgruppe der Deutschen Eishockey Liga (DEL) auch mehr als machbar aus. Abgesehen vom Angstgegner vergangener Jahre, den Eisbären Berlin.

In einer Gruppe mit sieben Teams unter die ersten Vier zu kommen, reine Formsache. So dachte man. Jetzt, nach 28 Spieltagen, dümpelt der KEC auf Platz sechs der Tabelle umher. Nach dem Null-Punkte-Ausflug nach Bayern am Wochenende mit Niederlagen gegen EHC Red Bull München (2:6) und die Augsburger Panther (2:4) ist das gelobte (Tabellen-) Land wieder in weitere Ferne gerückt.

"Es wird schwer, aber es bleibt unser Ziel", sagt Krupp. Positiv für den KEC: die Konkurrenz lässt in der aktuellen Verzahnungsrunde ebenfalls Federn. So liegen die Domstädter trotz der jüngsten Niederlagen-Serie bei noch zehn ausstehenden Partien noch in Schlagdistanz zu den Playoffs.

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Allerdings muss sich das Krupp-Team endlich stabilisieren und ein paar Spiele nacheinander gewinnen. Andernfalls droht, wie schon im Vorjahr, ein erneutes sportliches Verpassen der Endrunde. Die aktuelle Verfassung sowie der Spielplan geben wenig Anlass zur Hoffnung.

Wochen der Wahrheit: Playoff-Hockey oder Badelatschen?!

Zehn Spiele bleiben Heacoach Uwe Krupp (55) und den Kölner Haien noch, um das Saisonziel Play-offs doch noch zu erreichen. Das Rest-Programm hat es aber in sich. (Archivfoto)
Zehn Spiele bleiben Heacoach Uwe Krupp (55) und den Kölner Haien noch, um das Saisonziel Play-offs doch noch zu erreichen. Das Rest-Programm hat es aber in sich. (Archivfoto)  © Roberto Pfeil/dpa

Am Mittwoch und Donnerstag stehen für den KEC zwei Back-to-Back Heimspiele an. Zunächst erwartet das Team von Uwe Krupp die Roten Bullen aus München zum Rückspiel. Keine 24 Stunden später ist mit dem ERC Ingolstadt ein weiteres Topteam in der Lanxess-Arena zu Gast.

München stellt mit 110 erzielten Treffern die zweitbeste Offensive der gesamten Liga. Das wird ein hartes Stück Arbeit für die junge KEC-Defensive. Ingolstadt überzeugt in dieser Saison vor allem defensiv. Da wartet ein Bollwerk auf die Kölner.

Anschließend reist der KEC zu Ligaprimus Adler Mannheim. Die Kurpfälzer haben erst drei Spiele in der regulären Spielzeit verloren und gelten als Top-Favorit auf den Titel. Es folgen zwei Heimspiele gegen Augsburg und Mannheim, ehe es für Köln zum zweiten bayerischen Roadtrip nach Ingolstadt und Straubing geht.

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Mit dem Rückspiel gegen die Tigers steigt am 14. April das letzte Heimspiel der Haie in der regulären Saison. Ob noch weitere hinzukommen, wird sich zeigen. Die DEL-Hauptrunde endet für die Domstädter schließlich mit zwei Auswärtspartien in Nürnberg und Schwenningen.

Die letzten Spieltage bieten Punkte-Potenzial. Die Kölner Haie werden sich gegen die Top-Mannschaften aus dem Süden aber mächtig strecken müssen, um zu diesem Zeitpunkt noch realistische Chancen auf ein Erreichen der Play-offs zu haben.

Entscheidend wird sein, ob das Trainerteam der jungen Abwehr noch die die nötige Sattelfestigkeit einimpfen kann. Ein Gegentorschnitt von über 3,5 pro Spiel ist schlicht zu viel für höhere Ansprüche. Auch das katastrophale Unterzahlspiel bleibt ein Kölner Manko (71,13 Prozent). Noch sind zehn Spiele Zeit, um an den Stellschrauben zu drehen. Gelingt das nicht, können die Profis ab Mitte April ihre Schlittschuhe wieder gegen Badelatschen eintauschen.

Titelfoto: Andreas Gora/dpa

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