Vierschanzentournee: Polnische Skispringer dürfen starten, kompletter Plan wird geändert

Oberstdorf - Ein derartiges Chaos wie um Polens Skisprung-Team gab es selbst in der langen Geschichte der Vierschanzentournee selten.

Markus Eisenbichler (29) aus Deutschland geht mit Mund-Nasen-Schutz am der Treppe von der Schattenbergschanze.
Markus Eisenbichler (29) aus Deutschland geht mit Mund-Nasen-Schutz am der Treppe von der Schattenbergschanze.  © EXPA/JFK/FIS/dpa

Erst wurde Klemens Muranka positiv auf das Coronavirus getestet, das komplette Team in Quarantäne geschickt und für den Tournee-Auftakt in Oberstdorf ausgeschlossen.

Am späten Montagabend erhielt der 26 Jahre alte Muranka dann einen negativen Befund (TAG24 berichtete).

Der Ski-Weltverband Fis schrieb nun, dass Polen um Kamil Stoch und Titelverteidiger Dawid Kubacki bei einer weiteren negativen Testreihe doch noch starten könne.

Am Dienstag (bis etwa 10 Uhr) soll nun die endgültige Entscheidung fallen. Sind erneut alle polnischen Tests negativ, dürfen Kubacki, Stoch und Co. trotz coronabedingt verpasster Qualifikation starten.

Die Fis würde dann mit einer Ausnahmeregelung 62 statt wie üblich 50 Springer zulassen und den Polen sogar am Nachmittag noch Zeit einräumen, um die am Montag verpassten Probesprünge in der leeren Skisprung-Arena nachzuholen.

Update 9.20 Uhr: Polnische Skispringer dürfen starten

Die polnischen Skispringer können Medienberichten zufolge nun doch bei der Vierschanzentournee starten. Ein weiterer Corona-Test bei der Mannschaft um Titelverteidiger Dawid Kubacki und Olympiasieger Kamil Stoch ist negativ ausgefallen, wie unter anderen das Onlineportal skispringen.com am Dienstagmorgen berichtet. Eine offizielle Bestätigung für die Starterlaubnis der Polen gab es zunächst nicht.

Eine Jury-Entscheidung soll um 10 Uhr fallen, wie ein Sprecher der Veranstalter der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

Update 9.40 Uhr: Kompletter Plan für Auftaktspringen geändert

Für das Auftaktspringen soll nun der komplette Plan geändert werden. Statt 50 Springern in 25 K.o.-Duellen dürfen nun alle 62 anwesenden Skispringer an den Start gehen. Neben den sieben Polen also auch alle, die am Montag sportlich die Qualifikation verpasst hatten.

Um die am Montag coronabedingt verpassten Trainingssprünge nachzuholen, sollen die Polen am Dienstag auf der Schattenbergschanze ein Extra-Zeitfenster erhalten.

Update 10 Uhr: Veranstalter bestätigt Quarantäne-Aufhebung

Die polnischen Skispringer dürfen nun doch beim Auftakt der Vierschanzentournee starten. Das gaben die Veranstalter am Dienstagmorgen bekannt. Eine weitere Corona-Testreihe bei der Mannschaft um Titelverteidiger Dawid Kubacki und Olympiasieger Kamil Stoch war zuvor negativ ausgefallen.

Das zuständige Gesundheitsamt Oberallgäu hatte daraufhin die Quarantäne für das Team aufgehoben.

Schwerer Schneefall und widrige Bedingungen machen den Springern zu schaffen

Halvor Egner Granerud (24) aus Norwegen in Aktion.
Halvor Egner Granerud (24) aus Norwegen in Aktion.  © Daniel Karmann/dpa

Allgemein ist der Tournee-Auftakt im Allgäu ein wenig unglücklich verlaufen. Neben den polnischen Corona-Wirren, die am Montag alle sportlichen Themen deutlich überstrahlten, machten dem reduzierten Feld bei der Quali auch schwerer Schneefall und widrige Bedingungen zu schaffen. Ein fairer Wettkampf kam so nicht zustande.

Als wäre all dies nicht genug, rügte Deutschlands Top-Athlet Markus Eisenbichler auch noch die Verantwortlichen für Pannen beim gewohnten Ablauf.

"Das war irgendwie ein Kindergeburtstag", moserte Eisenbichler. Am Dienstag (16.30 Uhr/ZDF und Eurosport) soll nun alles besser werden.

Der sportliche Aspekt und der erwartete Zweikampf von Eisenbichler mit Norwegens Dauersieger Halvor Egner Granerud war nämlich zunächst in den Hintergrund geraten. Wenn beim ersten der vier Springen nun aber Punkte für den Gesamtsieg auf dem Spiel stehen, wird sich das schnell ändern. Eisenbichler hatte den 25. Platz in der Vorausscheidung schnell abgehakt.

"Ich will das gar nicht überbewerten. Da ist der Spruch für mich: Qualifiziert und fertig", sagte der Bayer. Werden die Polen nun doch zugelassen, gilt dieser Spruch für das komplette Skisprung-Feld.

Titelfoto: EXPA/JFK/FIS/dpa

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