Wettsteuer

Wetten ohne Steuer: Alles zur Wettsteuer in Deutschland

Alle Sportwetten-Fans in Deutschland beschäftigen sich früher oder später mit der Wettsteuer und den Möglichkeiten, Wetten ohne Steuer zu platzieren. Das ist auch durchaus möglich – aber nicht überall! Bereits seit mehreren Jahren verlangt der deutsche Staat die Abgabe der sogenannten Sportwetten Steuer. Wie der Name bereits verrät, handelt es sich hierbei um eine Gebühr für jegliche Sportwetten, die in der Bundesrepublik Deutschland platziert werden. Ein hochinteressantes Thema, mit dem Du dich als begeisterter Tipp-Fan auf jeden Fall einmal intensiv beschäftigen solltest.

Wettsteuer

Sportwetten Steuer: Das musst Du unbedingt wissen

Die Beschäftigung mit den Steuern auf Sportwetten gehört für jeden Tipper aus der Bundesrepublik zum Pflichtprogramm. Im besten Fall sogar noch, bevor es an den ersten Wettschein geht. Hinsichtlich der Steuerabgaben ist Deutschland bekanntermaßen ein Land, welches immer wieder mit besonders „kreativen“ Ideen die Staatskasse auffüllen kann. So auch im Falle der Sportwetten Steuer, die bereits vor mehreren Jahren eingeführt wurde. Per Gesetz wird festgelegt, dass die Wettanbieter Steuern in Höhe von fünf Prozent auf alle geleisteten Umsätze der deutschen Wettkunden zahlen müssen.

Wett-Tipps

Maßgeblich entscheidend ist für die Wettsteuer nicht der aktuelle Aufenthaltsort eines Tippers, sondern der jeweilige Wohnort. Verankert ist die Regelung zur Sportwetten Steuer in Deutschland im sogenannten Rennwett- und Lotterigesetz. Hier heißt es in §17 unter anderem:

„Wetten aus Anlass von Sportereignissen (Sportwetten), die nicht als Rennwetten nach Abschnitt I des Gesetzes besteuert werden, unterliegen einer Steuer wenn, die Sportwette im Inland veranstaltet wird oder der Spieler eine natürliche Person ist und bei Abschluss des Wettvertrages seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Geltungsbereich dieses Gesetzes hat oder, wenn er keine natürliche Person ist, bei Abschluss des Wettvertrages seine Geschäftsleitung oder seinen Sitz im Geltungsbereich dieses Gesetzes hat. Dies gilt nicht, wenn der Spieler sich bei Abschluss des Wettvertrages außerhalb des Geltungsbereiches dieses Gesetzes aufhält und die zur Entstehung des Wettvertrags erforderlichen Handlungen dort vorgenommen werden.“

„Die Steuer beträgt fünf vom Hundert des Nennwertes der Wettscheine beziehungsweise des Spieleinsatzes.“

Während in den ersten Abschnitten des Paragraphen also vor allem auf den Geltungsbereich des Gesetzes eingegangen wird, definiert der letzte Satz ganz klar die Besteuerung in Höhe von fünf Prozent – hier bezeichnet als „fünf vom Hundert“.

Lässt sich die Sportwetten Steuer umgehen?

Wie dargestellt, handelt es sich bei der Festlegung der Wettsteuer in Deutschland um eine gesetzliche Vorgabe, von der alle Wettanbieter betroffen sind, die deutsche Kunden mit ihrem Angebot bedienen. Somit gibt es natürlich keine Möglichkeit, die Wettsteuer auf legale Art und Weise zu umgehen. Lohnen würde sich dies aber ohnehin nicht, da wir hier ansonsten über eine Steuerhinterziehung sprechen – und die wird in der Bundesrepublik hart bestraft.

Tipico Bonus

Eine echte Möglichkeit, diese Steuer zu hinterziehen, gibt es eigentlich aber auch gar nicht. Immerhin kommen die Tipper mit der Abgabe nur bedingt in Berührung und der Buchmacher zieht den Betrag einfach ab. Sicherlich gut zu wissen ist aber, dass sich einige Wettanbieter trotz der Steuerbelastung dazu entschlossen haben, ihren Kunden weiterhin Wetten ohne Steuer zur Verfügung zu stellen. Hier begehst Du also keine Straftat, sondern kannst vollkommen legal ohne einen Steuerabzug wetten.

Wetten ohne Steuer: Ist das heutzutage möglich?

Wenig überraschend ist für die meisten Tipper aus Deutschland interessant, ob sich auch Online Wetten ohne Steuer platzieren lassen. Hierfür ist es wichtig, erst einmal einen Blick darauf zu werfen, wie die Steuer bei den einzelnen Wettanbietern genau behandelt wird. Hier ist sich die Branche nämlich keinesfalls einig, so dass im Prinzip drei unterschiedliche Wege eingeschlagen werden. Welche das sind, zeigen wir Dir jetzt genauer.

Die erste Möglichkeit liegt darin, dass der Wettanbieter die Steuerkosten direkt und in vollem Umfang an seine Kunden bei der Abgabe der Wette weitergibt. Für Dich würde das also bedeuten, dass bei jedem Wetteinsatz ein Abzug in Höhe von fünf Prozent vorgenommen wird. Damit Du das Ganze besser verstehen kannst, haben wir hier eine Beispielrechnung aufgeführt:

Bruttoeinsatz: 50 Euro
Nettoeinsatz nach Steuerabzug: 47,50 Euro
Quote: 2,00
Gewinn: 95 Euro

Die zweite Möglichkeit ist, dass der Wettanbieter die Steuerkosten effektiv nur dann von Dir verlangt, wenn Du mit Deinem Wettschein erfolgreich warst. Hier erfolgt der Abzug also nicht direkt beim Einsatz, sondern erst bei der Auszahlung des Gewinns. Unterm Strich allerdings ändert sich für Dich im Vergleich zum Abzug beim Einsatz nicht viel, wie die Beispielrechnung im Folgenden zeigt:

Bruttoeinsatz: 50 Euro
Quote: 2,00
Bruttogewinn: 100 Euro
Nettogewinn nach Steuerabzug: 95 Euro

Die dritte Möglichkeit wiederum zeigt einen deutlichen Unterschied, denn hier übernimmt der Buchmacher Deine Steuerkosten vollständig. Das heißt im Klartext also, dass Du weder beim Einsatz, noch bei der Auszahlung des Gewinns einen Steuerabzug befürchten musst und steuerfrei wetten kannst. Belegt mit einem Beispiel würde das Ganze dann so aussehen:

Bruttoeinsatz: 50 Euro
Quote: 2,00
Bruttogewinn: 100 Euro
Nettogewinn: 100 Euro

Mit Promotionen und Aktionen zu steuerfreien Wetten

Profi-Tipp: Sportwettenanbieter ohne Steuer sind nicht immer besser

Es dürfte hinlänglich bekannt sein, dass sich die Wettanbieter auf Grund des enormen Konkurrenzdrucks immer wieder kreative Extras und Aktionen für ihre Kunden einfallen lassen. Platzierst Du dann zum Beispiel:

PayPal Sportwetten, wirst Du mit einem besonderen Bonus für die Zahlungsmethode belohnt. Gleichzeitig kann es aber beispielsweise auch sein, dass Du die Verluste von verlorenen Wettscheinen zurückerhältst.

Tipico Steuerfrei

Auf diese Art und Weise hat sich so auch das eine oder andere interessante Angebot rund um die Wettsteuer auf dem Markt verankern können. Einige Buchmacher erstatten ihren deutschen Kunden beispielsweise die Wettsteuer auf gezahlte Wetten zurück. Manchmal sogar unabhängig davon, ob diese gewonnen oder verloren wurden. Darüber hinaus haben sich einige Wettanbieter auch dazu entschlossen, zum Beispiel eine bestimmte Wettart steuerfrei anzubieten.

Ein typisches Beispiel wären hierfür die sogenannten Kombiwetten, bei denen mehrere Wetten auf einem Tippschein kombiniert werden. Ab einer bestimmten Anzahl von Wetten und einer gewissen Quote ist die Abgabe eines solchen Wettscheins bei einigen Anbietern steuerfrei möglich.

Ermöglicht es ein Buchmacher seinen Kunden, Wetten ohne Steuer zu platzieren, übt das auf die Tipper aus Deutschland natürlich erst einmal einen großen Reiz aus. Der Grund hierfür liegt auf der Hand, denn zumindest in der Theorie müssten bei diesem Wettanbieter dann ja auch größere Gewinne möglich sein. Speziell auf lange Sicht also ein Punkt, der unbedingt beachtet werden sollte.

Wirklich immer davon ausgehen, dass der Sportwettenanbieter ohne Steuer die beste Wahl für Deine Wette ist, kannst Du aber nicht. Immerhin sind für die Gewinne mit den Wetten vor allem die Quoten der Buchmacher entscheidend und hier zeigen sich oftmals gehörige Unterschiede. Solltest Du beispielsweise bei einem Wettanbieter mit Steuerabzug eine deutlich höhere Quote für Deine Wette erhalten, kann die Wette dort attraktiver sein, als bei einem Sportwettenanbieter ohne Steuer. Die Voraussetzung dafür ist natürlich, dass die Quoten des Bookies ohne Steuerabzug spürbar geringer ausfallen.

Darüber hinaus solltest Du Dein Wettkonto aber natürlich nicht nur danach anlegen, welcher Wettanbieter möglicherweise Wetten ohne Steuer anbietet. Stattdessen spielen weitere Faktoren eine Rolle, die im Vorfeld einer Kontoeröffnung geprüft werden sollten. Ist der Wettanbieter wirklich seriös und vertrauensvoll? Wie sieht es mit den Zahlungsmethoden oder der Verfügbarkeit des Kundensupports aus? Idealerweise sollte die Buchmacher also erst einmal detailliert verglichen werden, um so die beste Adresse für die eigenen Erwartungen ausfindig machen zu können.

Hintergrundwissen: Wettsteuer hat eine lange Historie in Deutschland

Auch wenn die Sportwetten in ihrer heutigen Form erst in den letzten Jahren so richtig aufgekommen sind, besteht die Rennwett- und Lotteriesteuer in Deutschland schon seit vielen Jahren. Tatsächlich soll es sich um eine der ältesten und noch immer gebräuchlichen Steuerarten Deutschlands handeln. Die Geschichte reicht dabei zurück bis ins 15. Jahrhundert.Bereits zu dieser Zeit wurden Gewinnspiele veranstaltet, die als Vorläufer der heutigen Lotterien bezeichnet werden können. Hier wurden vor allem Wertgegenstände verlost, mit den Einnahmen wurden öffentliche Kosten in Notfällen gedeckelt. Im 18. Jahrhundert entwickelten sich die Lotterien dann deutlich weiter, so dass in Berlin 1763 das Zahlenlotto eingeführt wurde. Fortan wurde nicht mehr um Wertgegenstände gespielt, sondern um echtes Geld.

Zu jener Zeit wollten allerdings auch die Landesfürsten ein „Stück vom Kuchen“ abhaben. Einige Fürsten übernahmen die Lotterien und führten die Gewinnspiele fortan selbst aus. Andere wiederum erhoben die sogenannten Akzisen – also Steuern auf die Spieleinsätze der Bürger. Noch einmal maßgeblich geändert wurde das Gesetz im Jahre 1881, als die Steuer für Pferderennen eingeführt wurde.1922 schließlich wurde das Rennwett- und Lotteriegesetz dann in seiner heutigen Form verabschiedet. Bis auf wenige Ausnahmen ist das Gesetz fast unberührt geblieben. Lediglich im Anschluss an den Zweiten Weltkrieg wurde das Gesetz durch die Fußballwetten ergänzt, 2012 wurde noch einmal eine etwas größere Änderung der Gesetzestexte vom Bundestag vorgenommen.

Wettsteuer

Problematisch ist die Änderung des Gesetzestextes allerdings vor allem mit Blick auf die europarechtlichen Regeln. Europa soll bekanntermaßen für einen einheitlichen und gleichberechtigen Markt stehen. Das Gesetz allerdings verbietet zahlreichen europäischen Anbietern den Zugang zum Markt – selbst dann, wenn diese eine Lizenz einer europäischen Behörde besitzen. Eine Steuerpflicht besteht für diese Anbieter in Deutschland nicht. Dem Staat gehen somit also Milliarden an Steuereinnahmen durch die Hände.Darüber hinaus gerät das staatliche Modell aber auch deshalb ins Wanken, weil der „Haus-und-Hof-Wettanbieter“ des Staates („Oddset“) durch die enorme Konkurrenz stark in den Hintergrund gerückt ist. Auch hier wandert das Geld also zunehmend in die Kassen anderer Wettanbieter – und auch das gefällt dem Staat so gar nicht.

Die EU ist in der jüngeren Vergangenheit schon mehrfach gegen Deutschland vorgegangen und hat die Bundesrepublik ermahnt, mit einem geordneten Glücksspielvertrag endlich Klarheit zu schaffen. Bisher ist dies jedoch nicht gelungen, so dass erst einmal keine Lizenzen auf Bundesebene an die Glücksspielunternehmen vergeben werden. Einzig und allein das Bundesland Schleswig-Holstein geht hier einen eigenen Weg, der vollständig den Vorgaben der Europäischen Union entspricht. Das Land vergibt eigene Lizenzen an Glücksspielunternehmen und sorgt so dafür, dass ein regulierter und kontrollierter Sportwettenmarkt angeboten wird. Und die Steuern gleichzeitig in der Kasse des Bundeslandes landen.

Warum übernehmen einige Anbieter die Wettsteuer für ihre Kunden?

Weshalb Du bei einigen Buchmachern Wetten ohne Steuer platzieren kannst und bei anderen nicht, dürfte auf der Hand liegen. Der Grund liegt darin, dass die Bookies natürlich einen enormen Konkurrenzdruck verspüren und folglich etwas tun müssen, um sich auf dem Markt gut positionieren zu können. Während einige Anbieter ihren Fokus hier zum Beispiel auf besonders attraktive Bonusangebote legen, bieten andere Bookies auch die steuerfreien Wetten an und erhoffen sich, die Tipper auf diese Art und Weise von seinen Qualitäten überzeugen zu können.

Dem Staat wiederum ist es letztendlich natürlich recht egal, wer die Steuerkosten zahlt. Wichtig ist für das Finanzamt nur, dass diese pünktlich und korrekt in den Kassen der Finanzverwaltung landen. Sollte ein Wettanbieter die Steuer also nicht an das Finanzamt überweisen, drohen hier horrende Probleme, die zum Beispiel in Schleswig-Holstein bis zu einem Ausschluss vom Markt führen können.

Fazit: Wettsteuer ist kein Grund zur Beunruhigung

Natürlich gibt kein Wettkunde gerne etwas von seinem Einsatz oder Gewinn ab. Vor allem dann nicht, wenn es sich hierbei um eine Steuerabgabe handelt. Allerdings ist die Wettsteuer in Deutschland unterm Strich auch kein Grund zur Beunruhigung, da hier und da sogar Wetten ohne Steuer platziert werden können. Durchforstest Du die unterschiedlichen Angebote der Wettanbieter, kannst Du oftmals Promotionen für steuerfreie Wetten entdecken oder findest sogar einen Buchmacher, der durchgängig Wetten ohne Steuer zur Verfügung stellt.

Beachten solltest Du aber, dass die Wetten ohne Steuer nicht immer automatisch die beste Lösung für Deinen Wettschein sind. Stattdessen solltest Du vor allem einen Blick auf die Quoten werfen und so prüfen, was unterm Strich als Gewinn in Deine Tasche wandert.

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