300.000 Euro für eine Briefmarke: Was macht sie so wertvoll?

Wiesbaden/Stockach - 300.000 Euro für eine Briefmarke: Die historische Marke "Stockach-Provisorium" ist am Samstag zu diesem Preis bei einer Auktion im hessischen Wiesbaden versteigert worden. 

Die versehentlich ungezähnte Briefmarke mit dem Namen "Stockach Provisorium" aus dem Jahr 1867 ist auf einen Briefumschlag gelebt, der von Freiburg nach Stockach geschickt wurde.
Die versehentlich ungezähnte Briefmarke mit dem Namen "Stockach Provisorium" aus dem Jahr 1867 ist auf einen Briefumschlag gelebt, der von Freiburg nach Stockach geschickt wurde.  © Heinrich Köhler/Auktionshaus Köhler/dpa

Ausgerichtet wurde der Verkauf vom Briefmarkenauktionshaus Heinrich Köhler, versteigert wurde eine Briefmarkensammlung des ehemaligen Tengelmann-Chefs Erivan Haub. 

Wie eine Mitarbeiterin des Auktionshauses sagte, feilschten am Ende der Auktion zwei Interessenten um die Briefmarke. Der Käufer möchte anonym bleiben.

Das "Stockach-Provisorium" war nach Angaben des Auktionshauses eines der Highlights der Auktion. Die Marke mit dem Motiv in blassem Rosa wurde 1867 herausgegeben und ein Brief mit dem nun angebotenen Exemplar am 22. Januar 1868 nach Stockach gesendet. 

Sie stammt aus einem Bogen, der versehentlich ohne Zähnung an das Postamt in der Stadt im heutigen Kreis Konstanz ausgeliefert wurde. Heute gilt das "Stockach-Provisorium" als eine der großen Raritäten der altdeutschen Philatelie.

Auch die Geschichte hinter dem Brief ist kurios: Ein Unternehmer aus Stockach hatte damals einen säumigen Zahler aus der Nähe von Freiburg ausfindig machen wollen. Seinem Antrag legte er einen vorfrankierten Umschlag bei, der etwas später aus Freiburg zurückgeschickt wurde. 

Ob sich der Aufwand für den Unternehmer gelohnt hat und er die Schulden eintreiben konnte, ist laut Auktionshaus aber nicht bekannt.

Titelfoto: Heinrich Köhler/Auktionshaus Köhler/dpa

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