Ärztinnen und Ärzte arbeiten bis zu 60 Stunden pro Woche

Stuttgart - Ärztinnen und Ärzte in Baden-Württemberg stehen unter Druck.

2653 Mitglieder des Landesverbands beteiligten sich an der Umfrage über die Arbeitssituation der Ärztinnen und Ärzte. (Symbolbild)
2653 Mitglieder des Landesverbands beteiligten sich an der Umfrage über die Arbeitssituation der Ärztinnen und Ärzte. (Symbolbild)  © Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa

Knapp zwei Drittel der Medizinerinnen und Mediziner in Krankenhäusern arbeiten mindestens 51 Stunden wöchentlich.

Das geht aus einer Umfrage des Landesverbands des Marburger Bunds hervor, die am Donnerstag (10 Uhr) in Stuttgart vorgestellt wird.

60 Stunden wöchentlich schiebt demnach ein Fünftel der Befragten.

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2653 Mitglieder des Landesverbands beteiligten sich an der Umfrage über die Arbeitssituation der Ärztinnen und Ärzte im Südwesten.

Neben langen Arbeitszeiten hat der Verband auch die Befristungspraxis an Kliniken in den Blick genommen.


Besonders an den Universitätskliniken sei die Situation nach Verbandsangaben dramatisch.

Marburger Bund: Befristungen verschärfen Ärztemangel

Angestellte Ärztinnen und Ärzte in Baden-Württemberg sind nach einer Umfrage des Marburger Bunds überlastet und überwiegend befristet beschäftigt.

55 Prozent der befragten Mitglieder des Verbands haben befristete Arbeitsverträge, wie aus der Umfrage hervorgeht, die in Stuttgart vorgestellt wurde. An den Unikliniken sind es sogar noch mehr - dort sind mehr als 80 Prozent der befragten Ärztinnen und Ärzte befristet angestellt.

Die Landesvorsitzende des Verbands, Sylvia Ottmüller, warnte, dass Befristungen den Ärztemangel im Land verschärfen könnten. Denn: Jeder zehnte Befragte habe schon überlegt, wegen der Befristungen den Job in der Uniklinik an den Nagel zu hängen und den Beruf aufzugeben. Ottmüller geht davon aus, dass durch die Belastungen durch die Corona-Pandemie noch mehr Medizinerinnen und Mediziner ans Aufhören denken.

Der Marburger Bund ist ein Berufsverband der angestellten und verbeamteten Ärztinnen und Ärzte in Deutschland. Zum Landesverband Baden-Württemberg gehören nach eigenen Angaben mehr als 18.000 Mitglieder.

Titelfoto: Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa

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