Großeinsatz bei Ansammlungen in Stuttgart: Fünf Polizisten verletzt

Stuttgart - Bei einem Großeinsatz der Polizei in Stuttgart sind sechs Menschen festgenommen worden.

Einsatzkräfte am späten Samstagabend in der Stuttgarter Innenstadt.
Einsatzkräfte am späten Samstagabend in der Stuttgarter Innenstadt.  © Andreas Rosar/ Fotoagentur Stuttgart

Mehrere Menschen hatten sich am Samstagabend in der Innenstadt versammelt, teilte die Polizei mit.

Als die Beamten die vereinzelten Gruppen aufgrund des geltenden Alkoholverbots und den Regelungen aufgrund der Corona-Schutzverordnung ansprachen, reagierten die Menschen zunehmend aggressiv.

Es kam zu mehreren Flaschenwürfen und Auseinandersetzungen.

Fünf Polizeibeamte wurden dabei verletzt.

Weitere Details waren zunächst nicht bekannt.

Update 10.24 Uhr: Polizei gibt weitere Details bekannt

Die Polizei nimmt einen Mann fest.
Die Polizei nimmt einen Mann fest.  © Andreas Rosar/ Fotoagentur Stuttgart

In der Stuttgarter Innenstadt sind am späten Samstagabend bei Auseinandersetzungen zahlreicher Jugendlicher mit der Polizei mehrere Polizisten verletzt und junge Randalierer vorläufig festgenommen worden.

Nach Angaben der Stuttgarter Polizei hatten sich teilweise rund 600 Menschen an der populären Freitreppe am Schlossplatz versammelt, die bereits am Abend zuvor hatte geräumt werden müssen. Die Stimmung sei in der Nacht zum Sonntag an der Treppe gekippt, als Polizisten Feiernde wegen des geltenden Alkoholverbots und der Corona-Auflagen für Versammlungen ansprachen. "Offenbar kam es dort unvermittelt zu Flaschenwürfen in Richtung der Einsatzkräfte", sagte ein Polizeisprecher.

Als die Polizeibeamten die Freitreppe erneut räumten, flogen weitere Flaschen, Polizisten wurden nach eigenen Angaben massiv beleidigt und es kam zu Auseinandersetzungen. Auch Pfefferspray sei eingesetzt worden, hieß es.

Insgesamt wurden laut Polizei sechs Menschen vorläufig festgenommen, später aber wieder auf freien Fuß gesetzt. Fünf Polizisten seien verletzt worden, bis sich die Lage in der Innenstadt gegen 2 Uhr am Sonntagmorgen beruhigte.

Seit dem vergangenen Donnerstag müssen Stuttgarter erstmals seit Wochen nicht mehr um 22 Uhr zuhause sein. Das Alkoholverbot an vielen öffentlichen Plätzen in Stuttgart besteht allerdings weiter.

Die Bilder aus der Stuttgarter Nacht wecken Erinnerungen an die sogenannte Stuttgarter Krawallnacht im Juni 2020. Damals hatten dutzende Menschen, vor allem junge Männer, in der Stuttgarter City randaliert. Zahlreiche Polizeibeamte waren verletzt und Schaufenster von Geschäften zerstört worden. Die Vorfälle hatten bundesweit Schlagzeilen und Debatten ausgelöst, Dutzende Beteiligte wurden bereits verhaftet, viele zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. "Das ist aber nicht vergleichbar", sagte ein Polizeisprecher am Sonntag.

Die Stimmung sei zwar aggressiv gewesen und aufgeheizt, aber keineswegs in diesem Maß.

Update 13.39 Uhr: Innenminister Strobl meldet sich zu Wort

Thomas Strobl, stellvertretender Ministerpräsident und Innenminister erklärte:" Es ist verständlich, dass es die Menschen nach der langen Durststrecke ins Freie zieht – solange das friedlich und im Rahmen der geltenden Regeln geschieht. Völlig unverständlich und absolut inakzeptabel ist das, was einige in der Nacht zum Sonntag auf der Freitreppe am Schlossplatz veranstaltet haben. Die Polizei hatte die Lage in der Nacht freilich rasch unter Kontrolle. Die Einsatzkräfte haben die Freitreppe geräumt und dem Treiben schnell ein Ende gesetzt." und stellt weiter klar:

"Es gilt klipp und klar: Wir nehmen es nicht hin, dass Störenfriede in der Stuttgarter Innenstadt gegen Recht und Gesetz verstoßen und Polizistinnen und Polizisten massiv beleidigen und gar verletzen. Straftaten werden durch die Polizei konsequent verfolgt, Tatverdächtige werden wir hartnäckig, akribisch, mit langem Atem ermitteln und der Justiz übergeben."

Sein Dank gelte den Polizisten, die in der Nacht zur Beruhigung der Situation beigetragen haben. "Meine Gedanken sind freilich auch bei den verletzten Beamten, ich wünsche ihnen allen eine schnelle und gute Genesung."

Update 14.11 Uhr: Auch in Heidelberg rückt Polizei an

Auch in Heidelberg griff die Polizei nach den jüngsten Ausschreitungen an der Neckarwiese erneut ein: Die Stadt sei am späten Abend an einigen Stellen so voll gewesen, dass es kaum möglich gewesen sei, durch die Straße zu kommen, teilte die Polizei mit. Es seien speziell geschulte Kommunikationsbeamte eingesetzt worden.

Zwischen 80 und 100 Jugendliche und junge Erwachsene seien dennoch aggressiv und provokant aufgetreten. Gegen mehrere Menschen werde nach Auseinandersetzungen wegen Körperverletzung ermittelt.

Titelfoto: Andreas Rosar/ Fotoagentur Stuttgart

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