Erschreckend: Unter Schülern werden immer öfter Kinder-Pornos geteilt!

Heilbronn - In Schüler-Chat-Gruppen und unter Jugendlichen wird immer häufiger kinder- und jugendpornografisches Material geteilt.

Jugendliche und von ihnen geteilte Pornos beschäftigen die Ermittler. (Symbolbild)
Jugendliche und von ihnen geteilte Pornos beschäftigen die Ermittler. (Symbolbild)  © Marcus Brandt/dpa

Die Zahl der Tatverdächtigen unter 21 Jahren hat bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung im vergangenen Jahr um 45,6 Prozent auf 2063 zugelegt, wie das baden-württembergische Innenministerium mitteilt. 

"Das liegt insbesondere an der enormen Zunahme von Fällen im Bereich der Verbreitung pornografischer Schriften sowie dem Verbreiten, Erwerb, Besitz und Herstellen von Kinderpornografie", heißt es in der Polizeilichen Kriminalstatistik 2019 weiter.

Auch beim Haus des Jugendrechts in Heilbronn häufen sich die Fälle, in denen Mitglieder von Chat-Gruppen illegale Dateien - oftmals ohne Aufforderung anderer Gruppenmitglieder - einstellen. 

"Hierbei handelt es sich nicht selten um gewaltverherrlichende, rassistische und volksverhetzende, porno- und kinderpornografische Bild- und Videodateien", sagt ein Sprecher der Heilbronner Polizei vor einer Informationsveranstaltung am Mittwoch (10 Uhr) in der Neckarstadt.

Besorgniserregend sei unter anderem, dass sich vor allem Kinder und Jugendliche etwa in WhatsApp-Gruppen oder auf Social-Media-Plattformen aufhielten, in denen sich bis zu 1000 weitere Teilnehmer eingebucht hätten.

"Stellt einer dieser Teilnehmer zum Beispiel ein kinderpornografisches Bild ein, verbreitet er dies im Sinne des Strafgesetzbuchs", warnt der Polizeisprecher. "Alle in der Gruppe sind dadurch im Besitz dieser Datei und machen sich ebenso strafbar."

Update 11.45 Uhr: "Was da auf uns zurollt, ist eine Welle von Strafverfahren", sagte Kriminalhauptkommissar Dieter Ackermann vom Heilbronner Haus des Jugendrechts am Mittwoch. "Und es betrifft die ganze Gesellschaft, weil es in allen Schichten Kinder gibt." Nach seiner Einschätzung haben bereits 80 Prozent der Kinder und Jugendlichen Kontakt zu strafrechtlich relevanten Inhalten gehabt.

Titelfoto: Marcus Brandt/dpa

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