Daimler-Betriebsrat von Linksradikalen ins Koma geprügelt: Gute Neuigkeiten aus dem Krankenhaus

Stuttgart - Fast eineinhalb Monate nachdem mutmaßlich Linksradikale einen Daimler-Betriebsrat ins Koma geprügelt haben (TAG24 berichtete) gibt es gute Nachrichten aus dem Krankenhaus.

16. Mai: Ein Opfer der Attacke liegt am Boden.
16. Mai: Ein Opfer der Attacke liegt am Boden.  © Andreas Rosar/Fotoagentur Stuttgart

Rückblick: Am 16. Mai war Andreas Z. (54) mit zwei anderen Männern auf dem Weg zur "Querdenken 711"-Demo gegen die Corona-Maßnahmen auf dem Cannstatter Wasen. 

Auf Höhe des Mercedes-Benz Museums wurde das Trio von bis zu 50 vermummten Schlägern attackiert, Z. wurde lebensgefährlich verletzt (TAG24 berichtete). Die Polizei ermittelt wegen versuchten Totschlags.

Hintergrund der Attacke dürfte sein, dass der 54-Jährige Mitglied der rechten Mini-Gewerkschaft "Zentrum Automobil" ist. 

Auf dem von Linksradikalen genutzten Portal Indymedia äußerten sich später Unbekannte. "Die Kopfverletzung zog der Faschist sich zu, nachdem er sich in der Auseinandersetzung mit zwei Schlagringen bewaffnete. Durch den Angriff wurde er daran gehindert sie einzusetzen", schrieben die Autoren. Nach der Attacke waren zwei Schlagringe in Tatortnähe aufgefunden worden.

Die Auseinandersetzung mit den Demo-Teilnehmern sei demnach nicht sportlich und fair gewesen – "das sollte aber auch nicht der Charakter einer ernsthaften antifaschistischen Intervention sein". 

An anderer Stelle kündigte man an: "Es geht uns mit körperlichen Angriffen darum, das öffentliche Auftreten der Faschisten soweit wie möglich zu unterbinden." 

Und weiter: "Wir treiben den gesundheitlichen, organisatorischen und materiellen Preis dafür in die Höhe. Sie sollen mit Schmerzen, Stress und Sachschaden rechnen und dadurch möglichst isoliert, gehemmt, desorganisiert und abgeschreckt werden."

Betriebsrat kann wieder essen und laufen

Auf Indymedia hatten Unbekannte sich nach der Attacke durch Vermummte geäußert. (Symbolbild)
Auf Indymedia hatten Unbekannte sich nach der Attacke durch Vermummte geäußert. (Symbolbild)  © Michael Kappeler/dpa

Nachdem Andreas Z. wochenlang im Koma lag, hat sich "Zentrum Automobil" (ZA) auf der eigenen Webseite mit Neuigkeiten zu Wort gemeldet. 

"Gute Nachrichten: Andy isst wieder selbst, kann aufstehen und durch den Raum gehen, fragt nach seinem Hund und der Arbeit", heißt es dort. "So wie es derzeit aussieht, wird er sich bald wieder normal bewegen können."

Nach dem Angriff hatte ein Sprecher der Stuttgarter Polizei gegenüber TAG24 gemutmaßt, dass Z. womöglich "schlimmste, bleibende Schäden zurückbehalten" werde.

Teile des Langzeitgedächtnisses kehrten vereinzelt zurück, schreibt ZA weiter. Doch warum der 54-Jährige "überhaupt im Krankenhaus ist oder was am 16. Mai 2020 passierte, liegt hinter einem dichten grauen Schleier".

Wie es langfristig weitergehe, ob das Gedächtnis des Opfers wiederkomme und wie es "um im Leben erlernte Fähigkeiten" stehe, sei unklar: "Aber heute ist erstmal ein guter Tag, wir sind voller Hoffnung dass Andys Situation nun stetig besser wird."

Derweil gibt es auf Ermittlerseite nicht viel Neues in dem Fall zu berichten. "Wir ermitteln nach wie vor wegen versuchten Totschlags", so Polizei-Pressesprecherin Monika Ackermann am Sonntag. "Tatverdächtige konnten wir bislang weder identifizieren noch festnehmen."

Titelfoto: Andreas Rosar/Fotoagentur Stuttgart

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