Nach Ausschreitungen: Linksradikale wollen Polizei die Arbeit erschweren

Stuttgart - Die Krawalle vom vergangenen Wochenende (TAG24 berichtete) schockieren die ganze Republik. Nach den Ausschreitungen hunderter Menschen hat die Polizei ein Hinweisportal eingerichtet - das ist der linken Szene offenbar ein Dorn im Auge.

Junge Menschen in der Nacht auf Sonntag rund um das Kunstmuseum in Stuttgart.
Junge Menschen in der Nacht auf Sonntag rund um das Kunstmuseum in Stuttgart.  © 7aktuell.de/Simon Adomat

Auf dem Portal (hier zu finden) schreiben die Beamten: "Mehrere hundert gewaltbereite Personen, plünderten, teilweise in Kleingruppen Geschäfte und griffen Polizeikräfte und Polizeifahrzeuge an. Es wurden mehrere Polizeibeamte verletzt."

Und weiter: "Zur Aufklärung der Straftaten benötigt die Polizei Bilder, Videos von den Ausschreitungen, Straftaten und mutmaßlichen Tatverdächtigen."

Wer entsprechendes Material hat, kann es auf der Seite hochladen, dazu auch noch ergänzende Hinweise eintragen.

Auf der von Linksradikalen genutzten Website Indymedia rufen jetzt Unbekannte dazu auf, die Bemühungen der Ermittler zu torpedieren.

"Um dieses Vorhaben auf Grund laufen zu lassen, schlagen wir vor, das hierfür eingerichtete Hinweisportal mit Bildern und Videos von Polizeigewalt zu überschwemmen und es so lahmzulegen", heißt es in einem Posting. 

An anderer Stelle ist zu lesen: "Der deutsche Staat und die Öffentlichkeit reagieren natürlich mit gewohnter Empörung über Sachschäden und dem Ruf nach 'härterem Durchgreifen'." Für die Urheber des Beitrages ist klar: "Auf die Ereignisse mit Repression zu reagieren ist der falsche Weg. Viel wichtiger ist es, sich mit den sozialen Hintergründen und zugrundeliegender Wut und Unzufriedenheit auseinanderzusetzen."

So soll das Portal lahmgelegt werden

Polizisten in Schutzmontur am vergangenen Wochenende während der Krawalle.
Polizisten in Schutzmontur am vergangenen Wochenende während der Krawalle.  © Simon Adomat/dpa

Dies müsse gesellschaftlich und auf unterschiedlichen Ebenen geschehen. "Dass die Polizei für so etwas ungeeignet ist, hat sich in der Vergangenheit nur all zu oft gezeigt."

Wie das Hinweisportal lahmgelegt werden soll, dazu haben die Verfasser Ideen: "Natürlich könnt ihr die Polizei auch mit allen möglichen Arten von Bildern erfreuen. Außerdem freut sich die Polizei im Feld 'Ergänzende Hinweise' über nette Grüße."

Die Schreiber appellieren: "Achtet darauf, Menschen auf den Fotos und Videos dennoch unkenntlich zu machen. Außerdem empfehlen sie, die Dateien "über den anonymen Tor-Browser oder VPN hochzuladen und die Meta-Daten der Bilder zu löschen".

Gemeinsam schlage man der Polizei ein Schnippchen und lasse die Fahndungen ins Leere laufen. Also haben wir bei der Polizei nachgefragt: Macht sich dort der Aufruf zum Spammen schon bemerkbar? 

"Von dem Aufruf, das Hinweisportal mit Videos zu Polizeigewalt zu 'fluten', haben wir Kenntnis", berichtet Pressesprecherin Meret Sigle. 

Und weiter: "Auf dem Hinweisportal ging eine Vielzahl von Videos ein. Die Datenmenge ist immens und muss erst ausgewertet werden, weshalb wir noch nichts zu den einzelnen Inhalten sagen können."

Titelfoto: 7aktuell.de/Simon Adomat

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