Kurz vor Corona-Demo: Linke schlagen Teilnehmer krankenhausreif

Stuttgart - Am heutigen Samstag werden erneut Tausende bei der "Querdenken 711"-Demo auf dem Cannstatter Wasen erwartet. Ehe die Demonstranten dort aber gegen die Corona-Maßnahmen protestieren, flogen in unmittelbarer Nähe die Fäuste.

Die Mercedesstraße am Samstagmittag: Eine Person liegt am Boden (r.).
Die Mercedesstraße am Samstagmittag: Eine Person liegt am Boden (r.).  © Andreas Rosar/Fotoagentur Stuttgart

Wie ein Sprecher der Stuttgarter Polizei gegenüber TAG24 berichtet, gab es in der Mercedesstraße offenbar gegen 14 Uhr eine handfeste Auseinandersetzung zwischen verschiedenen Gruppen. Dabei wurde eine Person verletzt.

Wieso die Menschen aneinander gerieten? Dazu laufen derzeit die Ermittlungen, so der Sprecher am Telefon. Auch zur Schwere der Verletzungen ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts bekannt.

Ob die gewaltsame Auseinandersetzung im Zusammenhang mit der Corona-Demonstration steht? Ausschließen möchte es der Sprecher nicht. Jedoch lägen derzeit keine gesicherten Erkenntnisse vor.

Fest steht nur: Nachdem die alarmierte Polizei in der Mercedesstraße eintraf, herrscht dort nun Ruhe.

Wie berichtet, hatte Demo-Initiator Michael Ballweg für den heutigen Samstag sage und schreibe 500.000 Menschen bei der Stadt angemeldet. Die Versammlungsbehörde wiederum verschärfte die Auflagen (TAG24 berichtete).

Nur 5000 Teilnehmer wegen der Infektionsgefahr auf Gelände zugelassen

So sind nur 5000 Teilnehmer wegen der Infektionsgefahr auf dem Gelände zugelassen. Vor einer Woche hatte die Obergrenze noch bei 10.000 Menschen gelegen. Zudem fordert die Stadt Stuttgart 500 Ordner mit Mund-Nasen-Bedeckung, da sie zwangsläufig immer wieder den erforderlichen Mindestabstand unterschreiten würden.

Zugang und Abgang zur Demo müssen außerdem so entzerrt werden, dass die Teilnehmer nicht in direkten Kontakt kommen. 

Laut Versammlungsbescheid wurde der Mindestabstand zwischen den Demonstranten auf 2,5 Meter ausgeweitet, weil während "einer dreistündigen Versammlung keine statische Lage hergestellt werden kann". Zuletzt waren es 1,5 Meter.

Hinter dem Protest steht Ballwegs Initiative "Querdenken 711". Der IT-Unternehmer will mit den Protesten nicht weniger erreichen als Bundestagsneuwahlen noch in diesem Jahr (TAG24 berichtete).

Update: 19.06 Uhr

Linke schlagen Demo-Teilnehmer brutal nieder

Nun liegen seitens der Polizei weitere Informationen zu der Auseinandersetzung vor.

Demnach kam es rund um die "Querdenken 711"-Demo "vereinzelt zu unspezifischen Auseinandersetzungen zwischen Personen des mutmaßlich linken Spektrums und Versammlungsteilnehmern". So auch gegen 14 Uhr.

Bereits vor der Versammlung griff da eine Gruppe mutmaßlich Linker in der Mercedesstraße auf Höhe der Mercedes-Benz-Arena drei Passanten an, die offensichtlich auf dem Weg zur Versammlung waren. 

Insgesamt stürzten sich bis zu 40, möglicherweise auch bis zu 50 Linke auf das Demonstranten-Trio und schlugen sie nieder, wie ein Sprecher der Polizei gegenüber TAG24 erklärt. Alle drei wurden verletzt und mussten per Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden. 

"Eine Person erlitt bei der Attacke erhebliche Gesichtsverletzungen", so der Polizeisprecher. Die Angreifer entkamen derweil nach dem brutalen Überfall.

Zudem sind während der laufenden Demonstration in der Mercedesstraße mehrere Autoreifen an abgestellten Wagen beschädigt (mutmaßlich zerstochen) worden. 

Und auf dem Wasengelände soll am Rand der Demonstration eine Gruppe mutmaßlich Linker Teilnehmer der Demo mit Gegenständen beworfen haben. Die Polizei musste bei dieser Streitigkeit kurzfristig einschreiten und Personen trennen. Verletzt wurde hierbei niemand.

Titelfoto: Andreas Rosar/Fotoagentur Stuttgart

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