Neue Details zu den Tätern der Stuttgarter Krawallnacht

Stuttgart - Die Randalierer in der Stuttgarter Krawallnacht haben sich nach Ansicht des Innenministeriums vor ihrem Gewaltausbruch weder verabredet noch abgesprochen. 

Ein Foto aus der Nacht auf den 21. Juni.
Ein Foto aus der Nacht auf den 21. Juni.  © 7aktuell.de/Simon Adomat

"Die Ermittler gehen gegenwärtig nicht von geplanten, organisiert ausgeübten Tathandlungen aus", sagte Innenminister Thomas Strobl (CDU) am Dienstag. 

Der Gewaltausbruch sei vielmehr spontan gewesen - und habe Folgen für zahlreiche der mutmaßlichen Täter. Nach Angaben Strobls sind mittlerweile 93 meist junge Männer ermittelt worden, die sich an den Ausschreitungen beteiligt haben sollen. 

Der Innenminister hatte zuvor im Kabinett über die Randale, die rechtlichen Konsequenzen und die Entscheidungen seit den Krawallen berichtet.

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"Die Tatverdächtigen sind jung, ganz überwiegend männlich, und sie kommen aus Stuttgart oder dem näheren Umland", sagte Strobl. Zu ihnen gehört demnach auch ein 13-jähriger syrischer Flüchtling.

Ein typisches Täterprofil gebe es aber nicht, sagte Strobl. Etwa zwei Drittel der Tatverdächtigen haben nach seinen Angaben einen deutschen Pass. 

Knapp drei Viertel dieser deutschen Tatverdächtigen besitzen einen Migrationshintergrund, polizeibekannt seien ebenfalls drei von vier der ermittelten Tatverdächtigen. 

Nach Innenminister Strobl (CDU) hat sich die Lage in der Innenstadt beruhigt

Stuttgart: Menschen stehen vor einem geplünderten Geschäft in der Marienstraße.
Stuttgart: Menschen stehen vor einem geplünderten Geschäft in der Marienstraße.  © Julian Rettig/dpa

In rund jedem zweiten Fall sei Haftbefehl erlassen worden, und auch die strafrechtliche Aufarbeitung soll bald beginnen: Nach Angaben des Stuttgarter Amtsgerichts sind die ersten beiden Strafprozesse für Ende Oktober und Anfang November geplant. 

Insgesamt rechnet Amtsrichterin Monika Rudolph mit mehr als 80 Verfahren.

Bei den Krawallen hatten sich Dutzende vor allem junge Männer im Juni in der Stuttgarter Innenstadt Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert. Es wurden mehrere Beamte verletzt und Schaufenster zerstört.

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Seither hat sich die Lage an den Wochenenden in der Innenstadt erkennbar beruhigt, wie Strobl sagte. Der Innenminister hatte dies zuletzt unter anderem an der hohen Polizeipräsenz und am abschreckenden Effekt der Ermittlungen festgemacht. 

Hoffnung setzen die Behörden auch auf eine Sicherheitspartnerschaft des Landes mit der Stadt Stuttgart, in deren Rahmen unter anderem die Videoüberwachung und die Beleuchtung an zentralen Plätzen verbessert werden soll.

Titelfoto: Julian Rettig/dpa

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