Drohender Truppenabzug: Darum hoffen Stuttgarts Anwohner auf Abwahl Trumps

Stuttgart - Die Menschen in Stuttgart-Vaihingen wissen wenig über die US-Streitkräfte in ihrer Nachbarschaft. Aber obwohl die Patch Barracks ein Fremdkörper geblieben sind, würde man sie nach einem Abzug vermissen.

Ein Mann spielt vor einem Schild, das auf den Haupteingang der US-Kaserne "Patch Barracks" hinweist, Basketball.
Ein Mann spielt vor einem Schild, das auf den Haupteingang der US-Kaserne "Patch Barracks" hinweist, Basketball.  © Sebastian Gollnow/dpa

Am Main Gate, dem Haupteingang, geht es zu wie auf einer Ameisenstraße. In kurzen Abständen und zügig fahren Autos ans Ende der Hauptstraße im Stuttgarter Stadtbezirk Vaihingen. Die Fahrer bremsen ab, sie zeigen dem Kontrolleur in Uniform ihre Papiere und entschwinden mit ihrem Wagen auf dem weitläufigen Gelände der Patch Barracks. An der Ausfahrt geht es weniger formell zu. Ohne Kontrolle kehren die Fahrzeuge in dichter Folge in die zivile Welt zurück.

Hinter dem hohen und mit Stacheldraht zusätzlich gesicherten Zaun liegt für viele Stuttgarter Nachbarn eine fremde Welt, das Hauptquartier der US-Streitkräfte in Europa (Eucom). US-Präsident Donald Trump will es schnellstmöglich von der baden-württembergischen Landeshaupt nach Mons in Belgien verlegen lassen. Etwa 1000 Menschen sollen auf dem 75 Hektar großen Areal arbeiten.

Dass der Abzug in den kommenden Monaten passiert, mag niemand glauben, den man vor dem Haupteingang fragt. Wenn Trump nicht wiedergewählt werde, sei die Ankündigung sowieso vom Tisch, sind die Passanten überzeugt. Der Militärstützpunkt liegt am Rand eines Wohngebiets. Fast am Sperrzaun liegen ein Spielplatz und ein öffentlicher Basketballplatz. "Die Bewohner hier haben wenig Bezug zu dem Militär", sagt ein Anwohner. 

Wie bei einem Ameisenbau wissen die Vaihinger bei dieser geschlossenen Gesellschaft nicht, was im Inneren stattfindet.

Militärmacht in der Nachbarschaft

Ein Schild weist auf die Patch Barracks hin.
Ein Schild weist auf die Patch Barracks hin.  © Sebastian Gollnow/dpa

Werden die Menschen nach ihrem Verhältnis zu ihrer militärischen Nachbarschaft gefragt, nennen wenige ihren Namen. Die Militärmacht löst Respekt aus. Ansonsten geben sie ihre Beobachtungen gerne wieder: "Die Gebäude sind erst kürzlich saniert worden - und zwar gründlich", sagt ein Mann. Er könne sich nicht vorstellen, dass die US-Regierung das alles aufgeben wolle.

Eine deutsche Polizeistreife steht immer am Main Gate. Tag und Nacht. Für die Beamten ist das ein unaufgeregter Dienst. ""Wer auf dem Gelände wohnt, muss es eigentlich nie verlassen. Es gibt dort alles, was man fürs Leben oder die Freizeit braucht", erklärt ein Beamter. Deshalb seien die US-Bürger über Jahrzehnte die unbekannten Wesen geblieben. 

Seit die Terrorgefahr offensichtlich ist, hätten sie sich noch mehr eingeigelt.

Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

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