Erstmals in Deutschland! Schau zeigt Kunst von Menschen mit geistigen und psychischen Behinderungen

Münsingen - Im "Living Museum Alb" in Münsingen zeigen 70 Menschen mit geistigen und psychischen Behinderungen was künstlerisch in ihnen steckt.

Künstlerin Andrea Piontek arbeitet nach einem Rundgang zur Eröffnung des "Living Museum Alb" der Bruderhaus-Diakonie in einer Werkstatt.
Künstlerin Andrea Piontek arbeitet nach einem Rundgang zur Eröffnung des "Living Museum Alb" der Bruderhaus-Diakonie in einer Werkstatt.  © Sebastian Gollnow/dpa

Das Ziel der seit Donnerstag geöffneten Einrichtung in einem ehemaligen Pflegeheim ist, dass sich psychisch Kranke auf Leinwand, Papier, in Gedichten oder als Musiker in einer Rockband öffnen und ausdrücken.

Nach Angaben der Bruderhaus Diakonie ist es das erste Museum dieser Art in Deutschland. "Hier arbeitet einen ganz gemischte Truppe im Alter zwischen 30 Jahren und über 70 Jahren", erzählt Markus Rank, Fachbereichsleiter Sozialpsychiatrie und Behindertenhilfe Alb der Bruderhaus Diakonie Region Reutlingen.

Nicht behinderte Künstler können sich ab sofort im Museum auch einmieten oder mit individuellen Vereinbarungen gemeinsam mit den Behinderten arbeiten: "Sie unterhalten sich dann nicht über Diagnosen, sondern über Kunst", erklärt Rank.

So wurde mit der Band Neggles Jam ein Arrangement geschlossen. Die Gruppe spielt Pop, Rock, Ska, Reggae und Jazz - Stücke, die zum Tanzen und Mitmachen anregen. Ein Bandmitglied schreibt laut Rank eine Bachelorarbeit zum Thema integrative Musikpädagogik. Die Räume des Hauses widmen sich den Bereichen Malerei, Zeichnen und dreidimensionales Gestalten, Theater und Performance, Musik und Lyrik. In den Ateliers sollen sowohl dauerhafte Angebote als auch ein wechselndes Kursprogramm stattfinden.

Das weltweit erste "Living Museum" gründeten 1983 der Psychologe und Künstler Janos Marton und der Künstler Bolek Greczynski in den USA. Das Creedmoor Psychiatric Center in New York widmet sich der Behandlung von Patienten mit schweren psychischen Erkrankungen.

Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

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