Henryk M. Broder: "Jetzt hat auch Stuttgart seine kleine Kristallnacht"

Stuttgart - Die Stuttgarter Krawall-Nacht ist weiterhin in aller Munde. Jetzt äußerte sich der deutsch-jüdische Publizist Henryk M. Broder zu den Ausschreitungen und sorgte damit für großen Ärger. 

Publizist: Henryk M. Broder (73).
Publizist: Henryk M. Broder (73).  © Roland Weihrauch/dpa

"Jetzt hat auch Stuttgart seine kleine Kristallnacht erlebt", schrieb Broder in einem Text, den er auf seinem Blog "Die Achse des Guten" veröffentlichte. 

Ein Nebensatz, der einen Shitstorm zur Folge hatte.

"Mehr Shoah-Relativierung kann ich mir kaum vorstellen", schrieb beispielsweise "Twitter"-Nutzer Holger Tiedemann.

Ein anderer schrieb: "Seit Trump scheint kein Vergleich mehr zu absurd und wirklich jedes sprachliche Mittel recht, um sich populistisch in Szene zu setzen. Tabus gibt es keine mehr. Henryk M. Broder hätte jedenfalls das Zeug zum Reichspropagandaleiter. Mir ist schlecht."

Doch die Äußerung zur "Kristallnacht" war nicht der einzige Vergleich, den Broder in seinem Text bemühte. So kritisierte der Publizist den Stuttgarter Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) dafür, dass dieser die Randale in Stuttgart nicht mit der Kölner Silvester-Nacht von 2015 verglichen hatte, als es am Hauptbahnhof zu mehreren sexuellen Übergriffen kam.

"Seltsam, dass dem grau-grünen OB der Maultaschen- und Spätzle-Metropole diese Analogie nicht einfiel", schrieb Broder.

Das ist Henryk M. Broder

Henryk M. Broder, dessen Eltern beide den Holocaust überlebten, ist Publizist und schrieb unter anderem bereits für den "Spiegel". Inzwischen publiziert er vor allem bei der "Welt".

Broder polarisiert gerne und gerät vor allem immer wieder mit Äußerungen zum Islam in die Kritik. 

Titelfoto: Roland Weihrauch/dpa

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