Hunderte Millionen extra: Wird Stuttgart 21 erweitert?

Stuttgart - Im Streit um die Leistungskraft von Stuttgart 21 hält Verkehrsminister Winfried Hermann (68, Grüne) seine Pläne für eine zusätzliche unterirdische Station für den Regionalverkehr trotz lautstarker Zweifel weiter für realistisch.

Verkehrsminister Winfried Hermann (68, Grüne).
Verkehrsminister Winfried Hermann (68, Grüne).  © Tom Weller/dpa

Er sehe sich bestätigt durch die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Das Gutachten war vom Land in Auftrag gegeben worden und soll dem Vernehmen nach Anfang der Woche vorgestellt werden.

"In der Studie steht ganz klar drin, dass die Ergänzungsstation bautechnisch grundsätzlich machbar ist", sagte der Grünen-Politiker.

Er räumt aber auch ein, "dass es nicht so einfach ist, wie ich es mir das im Anfang vorgestellt habe". Es gebe Varianten mit Vor- und Nachteilen.

Ohne weiteren Zulauf, neue Gleise und einen unterirdischen Kopfbahnhof zusätzlich zu den Stuttgart-21-Planungen sei es aber nicht möglich, doppelt so hohe Fahrgastzahlen auf der Schiene auch im Schienenknoten Stuttgart zu erreichen, warnte Hermann.

Außerdem könnten damit Engpässe im Tunnel ausgeglichen werden. Er rechnet mit Investitionen von 780 Millionen Euro, davon 230 Millionen für den Ergänzungshalt.

Projektpartner des Landes wie Stadt, Verband Region Stuttgart und Bahn verteidigen dagegen ihre Idee eines Durchgangsbahnhofs als ausreichend auch mit Blick auf weitere Fahrgastmassen.

Mega-Projekt soll 2025 fertig sein

Die Stadt Stuttgart, Eigentümer der Grundstücke, plant den Verkauf der frei werdenden Gleisflächen zudem fest ein.

Der Bahnhof mit einem Kostenrahmen von 8,2 Milliarden Euro soll nach diversen Kostensteigerungen und zeitlichen Verschiebungen 2025 fertig sein.

Grüne und CDU haben sich im Koalitionsvertrag unter anderem zur Ergänzungsstation bekannt. Sie gehen aber davon aus, dass die Kosten größtenteils der Bund übernimmt.

Titelfoto: Tom Weller/dpa

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