Kostspielige Sanierung der Stuttgarter Oper: Gemeinderat gibt grünes Licht

Stuttgart - Der Stuttgarter Gemeinderat hat den Weg frei gemacht für eine umfangreiche und kostspielige Sanierung der Staatsoper in der Landeshauptstadt.

Die Sanierung der Oper ist alles andere als günstig.
Die Sanierung der Oper ist alles andere als günstig.  © Bernd Weissbrod/dpa

Bewilligt wurden zunächst nur die Planungskosten in Höhe von 13,5 Millionen Euro, zu denen das Land die gleiche Summe beisteuert.

Außerdem entschied sich das Plenum am Mittwochabend dafür, den Bau der notwendigen Interimsspielstätte vorzubereiten und das Kulissenlager im Standort Bad Canstatt zu erweitern.

Der Grundsatzbeschluss des Gemeinderats ist somit eine Vorentscheidung, aber kein Baubeschluss.

Schwäbisches Hightech-Unternehmen Trumpf investiert Millionen in Chips
Stuttgart Wirtschaft Schwäbisches Hightech-Unternehmen Trumpf investiert Millionen in Chips

Stadt und Land teilen sich als Träger des größten Dreispartenhauses der Welt die Kosten für das Gesamtpaket aus Sanierung, Erweiterung und Modernisierung.

Nach einer ersten detaillierten und im November 2019 veröffentlichten Schätzung könnte das Vorhaben mehr als eine Milliarde Euro kosten - im ungünstigsten Fall.

Dabei werden die reinen Baukosten auf 550 Millionen Euro geschätzt, es kommen zudem unter anderem ein Risikozuschlag und die zu erwartenden Baupreissteigerungen für zehn Jahre hinzu.

Böen deckten Teile des Daches ab

Stuttgart, 12. Juli: Nach Unwettern liegt ein Teil des Kupferdachs des Stuttgarter Opernhauses am Eckensee auf dem Boden.
Stuttgart, 12. Juli: Nach Unwettern liegt ein Teil des Kupferdachs des Stuttgarter Opernhauses am Eckensee auf dem Boden.  © Marijan Murat/dpa

Die Bauarbeiten sollen nach bisheriger Planung fünf bis sieben Jahre dauern. Erst 2027 soll die Interimsspielstätte fertig sein - frühestens 2037 dann die neue Oper im denkmalgeschützten Littmann-Bau.

"Das ist ein guter Tag für den Theaterstandort Baden-Württemberg, für unsere ausgezeichnete Oper und das weltbekannte Stuttgarter Ballett", zeigte sich Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (60, Grüne) erfreut.

Nach 50 Jahren sei ein Gebäude heruntergewirtschaftet, da gehöre eine Grundsanierung einfach dazu, sagte sie auch mit Blick auf die beiden anderen Bühnen-Großbaustellen in Karlsruhe und Mannheim. Das Land hat schon Planungsmittel in den Haushalt eingestellt, auch im Koalitionsvertrag bekennt sich Grün-Schwarz zu dem Stuttgarter Projekt.

Bleibt es bei diesem Schmuddel-Wetter?
Stuttgart Wetter Bleibt es bei diesem Schmuddel-Wetter?

Zentraler Streitpunkt des Projekts ist die sogenannte Kreuzbühne. Mit ihr sollen schnellere und einfachere Bühnenbildwechsel möglich werden. In dem rund 100 Jahre alten Opernhaus wird außerdem mehr Platz zum Beispiel für Proberäume benötigt.

Das Dach aus dem Jahr 1911 ist marode, was sich auch bei den Unwettern gezeigt hatte. Heftige Böen hatten Teile des Dachs abgedeckt.

Titelfoto: Bernd Weissbrod/dpa

Mehr zum Thema Stuttgart: