Kritische Corona-Marke überschritten: Was passiert nun in Esslingen?

Esslingen - Erstmals hat mit dem Kreis Esslingen eine Region im Südwesten den kritischen Corona-Grenzwert von 50 Neuinfektionen überschritten. Was für Maßnahmen werden nun in der Region ergriffen, um die Lage wieder in den Griff zu bekommen?

Die Marke von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner wurde in Esslingen überschritten. Werden nun Maßnahmen ergriffen? (Symbolbild)
Die Marke von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner wurde in Esslingen überschritten. Werden nun Maßnahmen ergriffen? (Symbolbild)  © Oliver Berg/dpa

Nach dem Überschreiten einer kritischen Marke für Corona-Neuinfektionen berät der Kreis Esslingen am Donnerstag über konkrete Maßnahmen gegen die weitere Verbreitung des Virus. 

Der Kreis hatte am Vortag als erste Region im Südwesten mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gezählt - und gilt damit offiziell als innerdeutscher "Hotspot". Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz lag bei 52,3. 

Damit gehen schärfere Maßnahmen zum Infektionsschutz einher - welche genau der Landkreis nun ergreift, blieb zunächst offen.

Bereits am Montag hatte der Kreis private Feiern und Zusammenkünfte eingeschränkt, nachdem die Vorwarnstufe von mehr als 35 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen überschritten worden war. 

Auch Stuttgart (38,4), Mannheim (37,3) und der Stadtkreis Heilbronn (35,5) liegen inzwischen über der kritischen Marke von 35 Neuinfektionen. Rathäuser und Landratsämter sind deshalb zu neuen Einschränkungen gezwungen.

Mit der Verschärfung folgen die Kreise und Kommunen der Empfehlung der Bund-Länder-Kommission von Ende September, die insbesondere der Verbreitung von Infektionen im Rahmen von Feierlichkeiten im Familien- und Freundeskreis vorbeugen soll. Bei mehr als 50 Fällen pro 100.000 Einwohner können in betroffenen Gegenden Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen verschärft werden.

Die Zahl der nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen im ganzem Land stieg am Mittwoch im Vergleich zum Vortag um 652 Fälle. Insgesamt haben sich nun 52.222 Menschen nachweislich mit dem Erreger Sars-CoV-2 angesteckt, wie das Landesgesundheitsamt mitteilte. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um vier auf 1898.

Am Dienstag hatte die Landesregierung wegen der steigenden Infektionszahlen die zweite von drei möglichen Corona-Warnstufen ausgerufen. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sprach von einer Habt-Acht-Stufe. Die Pandemiestufe zwei gilt, wenn die landesweite "Sieben-Tage-Inzidenz" von zehn Fällen je 100.000 Einwohner überschritten wird und zusätzlich das Infektionsgeschehen diffus steigt oder sich die landesweiten wöchentlichen Fallzahlen innerhalb von zwei Wochen verdoppeln.

Update 14.22 Uhr: Frachtzentrum ist Corona-Hotspot

Ein Infektionsherd im Kreis Esslingen ist ein Frachtzentrum der DHL in der Gemeinde Köngen. Das teilte Landrat Heinz Eininger am Donnerstag bei einer Pressekonferenz mit. Dort arbeiteten Flüchtlinge, die in Gemeinschaftsunterkünften in der Nähe wohnten. Insgesamt seien mindestens 26 Schulen, fünf Kindertagesstätten und neun Flüchtlingsheime von Ausbrüchen im Landkreis betroffen. Pflegeheime seien nicht betroffen.

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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