Baden-Württembergs "Wutbürgertum" gegen Corona hat Tradition

Stuttgart - Lautstarke Kritik an der Corona-Politik gerade aus dem Südwesten ist aus Sicht der baden-württembergischen Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung historischen Ursprungs.

Teilnehmer sitzen während einer Kundgebung der Initiative "Querdenken 711" im unteren Schlossgarten in Stuttgart.
Teilnehmer sitzen während einer Kundgebung der Initiative "Querdenken 711" im unteren Schlossgarten in Stuttgart.  © Sebastian Gollnow/dpa

"Es gab in Baden-Württemberg schon immer eine kritische Bürgerschaft", sagte Gisela Erler (74, Grüne) der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. "Das sogenannte Wutbürgertum hat eine starke Tradition. Baden-Württemberg hat schlicht eine aufmüpfige Tradition." 

In Stuttgart hat sich beispielsweise die sogenannte "Querdenken"-Bewegung formiert, die bundesweit Demonstrationen gegen die Anti-Pandemie-Maßnahmen organisiert.

Trotz der Kritik ist Erler überzeugt, dass die Bevölkerung Vertrauen in die Politik bewahrt. "Ich bin der Ansicht, dass die Bürger sehr wohl das Dilemma verstehen." 

Insgesamt steige die Zufriedenheit mit Staat und Parteien in ganz Deutschland wieder, betonte Erler.

Gisela Erler (74, Grüne), die baden-württembergische Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung.
Gisela Erler (74, Grüne), die baden-württembergische Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung.  © Marijan Murat/dpa

"Das sind nur scheinbare Widersprüche. Dass man etwas kritisiert, heißt ja nicht, dass man das Vertrauen in die Politik insgesamt verloren hat", sagte sie.

Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

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