Obdachlos an Weihnachten: So hart trifft es die Armen im Pandemie-Jahr

Stuttgart - Weihnachten ist dieses Jahr irgendwie ganz anders, Kontaktbeschränkungen ermöglichen es, nur im engsten Familienkreis zu feiern und für die Armen unserer Gesellschaft bedeutet es, dass viele noch weiter an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden. Hilfsangebote werden immer schwieriger umzusetzen. Doch die Evangelische Gesellschaft hat einen Weg gefunden.

In der Vesperkirche bekommen Obdachlose und Bedürftige in Stuttgart über die Wintermonate ein Essen. Auch das wurde durch Corona erschwert.
In der Vesperkirche bekommen Obdachlose und Bedürftige in Stuttgart über die Wintermonate ein Essen. Auch das wurde durch Corona erschwert.  © Tom Weller/dpa

Die Pandemie hat nicht nur gesundheitliche Auswirkungen und Folgen für das gesellschaftliche Leben, sondern trifft insbesondere Arme sehr hart. Denn wer arm ist, wurde laut Evangelischer Gesellschaft in den vergangenen Monaten auch oft einsamer und das Weihnachtsfest könnte die Einsamkeit noch weiter verstärken.

Dagegen wollen die Christen ein Zeichen setzen und laden vor das Haus der Diakonie in die Büchsenstraße ein, wo es ein kostenloses Mittagessen zum Mitnehmen gibt.

"Gerade an diesen Tagen sollen arme, einsame Menschen Gemeinschaft erleben dürfen, damit ihre Seelen gestärkt werden", sagt Diakonin Birgit Auer, die Leiterin der Stadtmission.

An Heiligabend können sich Bedürftige von 16 bis 18 Uhr und am ersten Weihnachtsfeiertag ein weihnachtliches Essen von 12 Uhr bis 14 Uhr abholen.

In den Jahren vor der Pandemie feierten Hunderte Menschen in dem Haus der Diakonie und genossen gemeinsam ein Festmahl. So wird es im Pandemie-Jahr nicht sein.

Gottesdienst im Freien und Essen zum Mitnehmen

In einer geöffneten Hand liegt eine goldene Walnuss.
In einer geöffneten Hand liegt eine goldene Walnuss.  © eva / Christoph Schmidt

Seit 75 Jahren sorgt sich "eva's Stall" um die Bedürftigen und ist an Heiligabend und am ersten Weihnachtsfeiertag für viele Bedürftige und Obdachlose die erste Anlaufstelle.

Hier feierten Hunderte Menschen zusammen, es wurde gemeinsam gegessen, gelacht und gebetet. In diesem Jahr ist das unter Pandemie-Bedingungen natürlich nicht möglich, dennoch will die Evangelische Gesellschaft nicht auf Ihre Hilfsangebote verzichten.

Der Gottesdienst findet in dem Corona-Jahr im Freien statt und wird von dem Vorstandsvorsitzenden der eva, Pfarrer Klaus Käpplinger, sowie Pfarrerin Stephanie Pfander gestaltet - mit ausreichend Sicherheitsabstand versteht sich. Zum Abschied bekommt jeder noch ein kleines Geschenk.

Dieses Jahr wird ein besonderes Weihnachten und sicher vielen in Erinnerung bleiben.

Titelfoto: eva / Christoph Schmidt

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