Schulden wegen Corona bringen Obdachlose in Schwierigkeiten

Karlsruhe - Die Corona-Pandemie verschärft die prekäre Lage der wohnsitzlosen Menschen im Land.

Gegen Obdachlose würden häufig wegen Verstöße gegen die Kontaktbeschränkungen Bußgelder erhoben, die sie kaum bezahlen können. (Symbolbild)
Gegen Obdachlose würden häufig wegen Verstöße gegen die Kontaktbeschränkungen Bußgelder erhoben, die sie kaum bezahlen können. (Symbolbild)  © Moritz Frankenberg/dpa

Viele würden wegen Verstößen gegen die Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum zu Bußgeldern verdonnert, sagte Julia Schlembach vom Referat Wohnungslosenhilfe der Diakonie Baden. 

"Das sind zum Teil horrende Beträge, die von den Ordnungsbehörden besonders vehement eingetrieben werden." Sozialarbeiter Uwe Enderle von der Einrichtung Tagestreff Tür in Karlsruhe sprach von mehreren Tausend Euro, mit denen die Betroffenen jeweils in der Kreide stünden.

Die Behörden seien in der Regel nicht bereit, auf diese Gelder zu verzichten. Das Sozialministerium appellierte in diesem Zusammenhang an die Ordnungsämter, mit Augenmaß und Fingerspitzengefühl vorzugehen. 

Die Wohnsitzlosen seien darüber hinaus in Schwierigkeiten, weil ihnen wegen des weitgehenden Stillstands des öffentlichen Lebens Einnahmequellen wie etwa das Betteln oder Flaschensammeln vor Veranstaltungen verloren gingen, ergänzte die Liga der Freien Wohlfahrtspflege.

Nach Angaben der Liga gibt es zudem große Defizite in ländlichen Gebieten und auch so manchen Städten bezüglich der Versorgung dieser Menschengruppe. 

Die von der Regierung wegen Corona zugesagten Sonderhilfen in Höhe von rund 750.000 Euro, von denen rund 250.000 für die Wohlfahrtsverbände bestimmt gewesen seien, "sind nur ein Tropfen auf dem heißen Stein", sagte Schlembach.

Titelfoto: Moritz Frankenberg/dpa

Mehr zum Thema Stuttgart Kultur & Leute:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0