Stuttgart setzt aufs Gender-Sternchen

Stuttgart -  Weiblich? Männlich? Weder noch? Stuttgart will in der Verwaltungssprache künftig der Vielfalt der Geschlechter gerechter werden. Das Gender-Sternchen ist längst nicht die einzige Neuerung.

Das Stuttgarter Rathaus von oben.
Das Stuttgarter Rathaus von oben.  © Marijan Murat/dpa

Im Stuttgarter Rathaus soll die Sprache künftig sensibler werden, zumindest was die unterschiedlichen Geschlechter angeht. Der Verwaltungsausschuss hat eine entsprechende Handreichung beschlossen, wie die Stadt bestätigte. 

Demnach ist künftig etwa neben den geschlechtsspezifischen (Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter) und geschlechtsneutralen Formulierungen (Mitarbeitende) der Gender-Stern (Mitarbeiter*innen) zulässig. 

Auch Rollen-Klischees und Stereotype sollen vermieden werden - so solle statt "Mutter-Kind-Parkplatz" lieber der Begriff "Familienparkplatz" verwendet werden. 

Das Schreiben habe Empfehlungscharakter, sagte eine Sprecherin der Stadt. Zunächst hatten weitere Medien darüber berichtet.

Update 14.03 Uhr: Kuhn wehrt sich gegen Gender-Kritik

Der Stuttgarter Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) hat die neuen Genderregeln der Stadtverwaltung verteidigt. Die Debatte sei überzogen, teilte er am Dienstag mit. "Sprachwandel geht nicht per Gesetz und auch nicht mit einer "Sprachpolizei"." Die Verwaltung habe nun eine zeitgemäße Richtschnur, wie sie mit bestimmten Personen oder Personengruppen sensibel kommunizieren könne. Es handele sich um einen Leitfaden mit Handlungsempfehlungen, der im Verwaltungsausschuss auf breite Zustimmung getroffen sei.

Titelfoto: Marijan Murat/dpa

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