Nach Randale in Stuttgart: Freitreppe wird dicht gemacht!

Stuttgart - Rund ein Jahr nachdem Randalierer durch Stuttgart gezogen waren, sind am vergangenen Wochenende erneut Krawall-Brüder unterwegs gewesen. Nun kündigt die Stadt Konsequenzen an.

Immer wieder gab es am vergangenen Wochenende Auseinandersetzungen zwischen Krawallos und Polizisten.
Immer wieder gab es am vergangenen Wochenende Auseinandersetzungen zwischen Krawallos und Polizisten.  © Christoph Schmidt/dpa

"Die Freitreppe zum kleinen Schlossplatz wird ab sofort an Freitagen und Samstagen sowie vor Feiertagen jeweils zwischen 20 Uhr und 6 Uhr des Folgetags gesperrt", heißt es am Dienstag aus dem Rathaus.

Die Sperrung sei Ergebnis intensiver Beratung zwischen Stadt und Polizei und eine Reaktion auf Auseinandersetzungen zwischen Polizisten und Hunderten Jugendlichen und Heranwachsenden in der Nacht auf Sonntag, heißt es weiter.

"Die Freitreppe war Samstagnacht Ausgangspunkt der Provokationen und Übergriffe auf Polizeibeamte", wird Ordnungsbürgermeister Clemens Maier (47, Freie Wähler) in der Mitteilung zitiert.

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Von dort aus seien Einsatzkräfte massiv beleidigt und teilweise auch mit Flaschen beworfen worden.

"Um den Provokateuren die Bühne zu nehmen, wird die Freitreppe ab sofort an Freitagen und Samstagen sowie vor Feiertagen zwischen 20 Uhr und 6 Uhr gesperrt", so Maier weiter.

Erstmal kein Verweilverbot in Stuttgart

Einsatzkräfte der Polizei in der Nacht auf Sonntag am Schlossplatz.
Einsatzkräfte der Polizei in der Nacht auf Sonntag am Schlossplatz.  © Christoph Schmidt/dpa

Überlegungen zu einem Verweilverbot in Teilen des Cityrings würden demnach vorerst zurückgestellt, weil davon auch diejenigen betroffen wären, die sich friedlich und ordnungsgemäß verhalten würden.

Maier weiter: "Bei einem Verweilverbot darf der betroffene Bereich nur durchquert werden. Ein längerer Aufenthalt ist dort dann nicht mehr erlaubt. Wir möchten aber nicht, dass das Fehlverhalten Einzelner zu einem Kollektivverbot für alle Stuttgarterinnen und Stuttgarter und Besucher der Stadt führt."

Daher werde man zunächst davon absehen.

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Zusätzlich zur Sperrung der Freitreppe wollen Stadt und Polizei laut Rathaus die Präventionsarbeit weiter ausbauen: Neben den Sozialarbeitern der Mobilen Jugendarbeit seien auch speziell geschulte Kommunikationsteams der Polizei im Einsatz. "Sie sollen neben dem überwiegend friedfertigen Publikum auch Provokateure durch Ansprache und Aufklärung erreichen."

Und: Die Polizei werde darüber hinaus die personenbezogenen Aufklärungsmaßnahmen verstärken.

Markus Eisenbraun, Vizepräsident des Polizeipräsidiums Stuttgart, dazu: "Es hat sich gezeigt, dass es immer wieder Rädelsführer gibt, die die überwiegend friedliche Menge anzustacheln versuchen. Dabei nutzen sie die Freitreppe als Tribüne: Sie stehen im Mittelpunkt und werden von allen wahrgenommen. Diese Personen gilt es zu identifizieren und gezielt auf deren Verhalten einzuwirken."

Titelfoto: Christoph Schmidt/dpa

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