Kinder bis 14 Jahre ausgenommen: Erstes Bundesland kippt Corona-Kontaktregeln

Stuttgart - Die grün-schwarze Landesregierung hat auf Druck der CDU bei den neuen Corona-Kontaktbeschränkungen eine weitergehende Ausnahme für Kinder beschlossen.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (72, Grüne) bei der Sondersitzung im Landtag.
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (72, Grüne) bei der Sondersitzung im Landtag.  © Christoph Schmidt/dpa

"Um familiäre Härten abzumildern, und insbesondere den Bedürfnissen von Familien mit kleinen Kindern oder Alleinerziehenden gerecht zu werden, werden dabei Kinder bis 14 Jahren in Baden-Württemberg aber nicht mitgezählt", sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (72, Grüne) am Freitag im Landtag.

Bund und Länder hatten sich am Dienstag darauf verständigt, dass private Treffen von Montag an nur noch mit einer Person, die nicht zum eigenen Haushalt gehört, möglich sein sollen. Anders als im Lockdown über die Weihnachtsferien sollten Kinder unter 14 Jahren mitgezählt werden.

Kretschmann erklärte, man werde das nun in der Corona-Verordnung für das Land ändern. Er sagte aber auch: "Das ist schon sehr gewagt." Es sei auch nicht ganz im Sinne der geplanten Kontaktbeschränkung. Aber andere Lösungen wären zu umständlich gewesen.

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Man wolle zudem zulassen, dass Familien mit einer anderen Familie eine Betreuungsgemeinschaft bilden können. Allerdings müssen es während des Lockdowns immer dieselben zwei Familien sein, die sich bei der Kinderbetreuung unterstützen.

Neue Corona-Verordnung soll am Wochenende verkündet werden

Die CDU hatte am Donnerstag gewarnt, viele Alleinerziehende, Eltern und Selbstständige mit Kindern stünden "vor einer unlösbaren Aufgabe". Die grüne Seite hatte zwar Betreuungsgemeinschaften und Erleichterungen für Alleinerziehende zugesagt, eine allgemeine Ausnahme für Kinder unter 14 Jahren aber zunächst abgelehnt.

Die neue Corona-Verordnung ist derzeit noch in der Abstimmung mit allen Ministerien und soll am Wochenende verkündet werden. Wegen der Corona-Pandemie müssen die Menschen zumindest bis Ende Januar weitere erhebliche Einschränkungen des öffentlichen Lebens hinnehmen.

Update, 15.12 Uhr: Bremen zählt Kinder unter 12 Jahren bei Kontaktbeschränkung nicht mit

Die neuen strengen Kontaktbeschränkungen werden im Bundesland Bremen nicht für Kinder gelten. "Kinder unter 12 Jahren zählen nicht mit", sagte der Sprecher des Bremer Senats, Christian Dohle, am Freitag. "Es geht um Betreuungsmöglichkeiten. Eine strikte Handhabung würde ganz viele Betreuungsmöglichkeiten zerschlagen."

Der Geschäftsordnungsausschuss der Bremischen Bürgerschaft wollte sich am Freitagnachmittag mit der neuen Verordnung befassen, die Zustimmung gilt als sicher. Die neuen Regeln sollen vom kommenden Montag an gelten.

Update, 16.29 Uhr: Auch in Sachsen sollen Kinder von der maximalen Personenzahl ausgenommen werden

Neben Bremen und Baden-Württemberg sollen auch in Sachsen Kinder von der maximalen Personenzahl ausgenommen werden. In Berlin wiederum Kinder von Alleinerziehenden und in Nordrhein-Westfalen zu betreuende Kinder.

Bayern und Baden-Württemberg wollen Betreuungsgemeinschaften mit einer anderen Familie erlauben. Schleswig-Holstein macht für die Betreuung von Kindern und pflegebedürftigen Angehörigen eine Ausnahme, Niedersachsen bei Menschen mit Behinderung und Kindern von getrennt lebenden Eltern.

Titelfoto: Christoph Schmidt/dpa

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