Heute wird wieder gestreikt: Probleme für Pendler und Schüler erwartet

Stuttgart - Verdi macht im Nahverkehr und in den Ämtern mobil. Die Gewerkschaft weitet die Warnstreiks stark aus. Probleme für Pendler und Schüler sowie Eltern mit Kindern sind programmiert.

Die Gewerkschaft verdi bestreikt am Donnerstag den Nahverkehr und Ämter. (Symbolbild)
Die Gewerkschaft verdi bestreikt am Donnerstag den Nahverkehr und Ämter. (Symbolbild)  © DPA / Sebastian Willnow

Die Gewerkschaft Verdi erhöht im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes den Druck. Pendlern und Schülern drohen massive Behinderungen auf dem Weg zur Arbeit und zum Unterricht: Am Donnerstag bleiben in Stuttgart, Heilbronn, Baden-Baden und Karlsruhe Bahnen und Busse den ganzen Tag im Depot.

Mit dem Warnstreik will die Gewerkschaft bundesweite Verhandlungen über einen einheitlichen Tarifvertrag für die rund 87.000 Beschäftigten im ÖPNV durchsetzen. Derzeit werden in den 16 Bundesländern jeweils eigene Tarifverträge mit den kommunalen Arbeitgeberverbänden ausgehandelt. 

Dabei haben sich aus Sicht der Gewerkschaft viele Regelungen auseinander entwickelt, etwa was Arbeits- und Urlaubszeiten angeht. Die regionalen Verträge sollen deshalb um eine bundesweite Tarifregelung ergänzt werden. Die Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände lehnt das bislang ab.

Mit den gleichzeitig laufenden Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst haben die Aktionen im Nahverkehr nichts zu tun. Hier setzt die Gewerkschaft die befristeten Arbeitsniederlegungen am Donnerstag aber auch fort. In Stuttgart sind die Beschäftigten aller Ämter, der Kindertagesstätten und der Verwaltung zur Teilnahme aufgerufen, zugleich ist das Klinikum Stuttgart von dem Ausstand betroffen. In Karlsruhe gleichfalls die Mitarbeiter, die in der Kinderbetreuung tätig sind. Aktionen sind auch im Raum Heilbronn und in Kommunen am Bodensee geplant.

Insgesamt erwartet Verdi mehrere Tausend Teilnehmer bei den Warnstreiks im Nahverkehr und der Verwaltung.

Update 10.26 Uhr: Warnstreiks bremsen Nahverkehr aus

Eine Anzeige weist an der Haltestelle Hauptbahnhof auf einen Warnstreik hin. Die Gewerkschaft Verdi erhöht im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes den Druck.
Eine Anzeige weist an der Haltestelle Hauptbahnhof auf einen Warnstreik hin. Die Gewerkschaft Verdi erhöht im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes den Druck.  © Marijan Murat/dpa

An dem Ausstand im Nahverkehr in Baden-Württemberg beteiligten sich nach Gewerkschaftsangaben etwa 3000 Beschäftigte.

In Stuttgart fuhren Busse und Stadtbahnen nicht. Die S-Bahn wurde nicht bestreikt, aber sie war für manchen Pendler keine Alternative, weil eine Signalstörung erhebliche Behinderungen verursachte. 

Es konnten keine S-Bahnen auf der Strecke zwischen der Haltestelle Schwabstraße und Stuttgart-Vaihingen fahren. 

Sie mussten den Angaben zufolge umgeleitet werden.

Update: 12.46 Uhr

Verdi-Chef erwartet Arbeitgeber-Angebot Ende Oktober

Neben den befristeten Arbeitsniederlegungen im Nahverkehr gingen die Proteste im öffentlichen Dienst weiter. Schwerpunkt war hier die baden-württembergische Landeshauptstadt. Hier waren zusätzlich Kindertagesstätten, das Klinikum und die Müllabfuhr betroffen. Im gesamten Land beteiligten sich nach Gewerkschaftsangaben 8000 Beschäftigte an den Aktionen.

Verdi-Landeschef Martin Gross sagte in Stuttgart: "Der Plan, einen billigen Abschluss ohne Gegenwehr im Corona-Herbst durchzudrücken, ist gescheitert." Er erwarte nun von den Arbeitgebern für die nächste Verhandlungsrunde am 22. und 23. Oktober in Potsdam die Vorlage eines Angebots. 

Das dürfe sich nicht hinter Corona verstecken, sondern müsse die Leistungen der Beschäftigten in der Pandemie berücksichtigen. 

Verdi verlangt für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen 4,8 Prozent mehr Geld, mindestens aber 150 Euro pro Monat.

Titelfoto: Marijan Murat/dpa

Mehr zum Thema Stuttgart Politik:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0