Hilferuf der Waldbesitzer: Ist der Borkenkäfer ein Fall für die Bundeswehr?

Stuttgart - Der Borkenkäfer knabbert und kaut sich immer stärker durch den Wald - und Förster und Waldbesitzer müssen teilweise machtlos mit ansehen, wie ein Baum nach dem anderen abstirbt. Genug, sagt die Forstkammer, und ruft nach der Bundeswehr. Die ist andernorts schon im Einsatz.

Ein Bundeswehrsoldat schält im Wald in der Eifel die Rinde von Baumstämmen, die vom Borkenkäfer befallen sind.
Ein Bundeswehrsoldat schält im Wald in der Eifel die Rinde von Baumstämmen, die vom Borkenkäfer befallen sind.  © Thomas Frey/dpa

Im Kampf gegen den Borkenkäfer muss nach Ansicht der Forstkammer notfalls die Bundeswehr ausrücken, um befallene Bäume zu markieren und zu entrinden. 

"In Rheinland-Pfalz helfen Soldaten bei der Suche der Borkenkäferbäume", sagte Kammer-Geschäftsführer Jerg Hilt der Deutschen Presse-Agentur. "Auch in Baden-Württemberg muss die Politik den Waldbesitzern helfen, um die weitere Ausbreitung des Borkenkäfers zu bremsen."

Im Hunsrück, in der Eifel und im Westerwald sind nach Angaben der Mainzer Landesregierung derzeit rund 100 Soldaten im Wald unterwegs. Ihr Einsatz begann Mitte Mai und soll zunächst zwölf Wochen dauern. Sie erhielten zuvor eine Art Crashkurs, um den Borkenkäfer zu erkennen.

Waldbesitzer zeichnen seit Wochen ein düsteres Bild vom Zustand des Waldes. Das laufende Jahr ist bereits das dritte extrem trockene in Folge. Nach Angaben der Forstkammer als Dachverband der privaten und kommunalen Waldeigentümer sind 43 Prozent der Bäume bereits schwer geschädigt. "Das derzeit grüne Aussehen täuscht gewaltig", sagt Hilt und zieht den Vergleich mit "einer gut geschminkten todkranken Patientin". 

Mehrere Millionen Kubikmeter Schadholz von entwurzelten Bäumen seien ein idealer Nährboden für den Borkenkäfer.

Titelfoto: Thomas Frey/dpa

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