Kretschmann mit emotionaler Botschaft: "Müssen uns auf lange, harte Wintermonate einstellen!"

Stuttgart - Zwei Wochen nach Beginn des "Lockdown Light" hat Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (72, Grüne) zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) und den Regierungschefs der anderen Bundesländer eine Zwischenbilanz gezogen.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (72, Grüne).
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (72, Grüne).  © Sebastian Gollnow/dpa

So gebe es laut Kretschmann "klare Anzeichen dafür, dass das sprunghafte Wachstum der Infektionszahlen ausgebremst werden konnte." Dies sei ein wichtiger Zwischenerfolg.

Der Ministerpräsident machte jedoch klar, dass die Zahlen bislang nur stagnieren würden, eine Kehrtwende folglich noch nicht erreicht sei.

In Absprache mit seinen Amtskollegen und Kanzlerin Merkel habe man sich heute darauf verständigt, die weitere Entwicklung beobachten zu wollen und in der kommenden Woche entscheiden zu wollen, wie es weitergehen solle.

"Klar ist: Wenn sich kein deutlicher Abwärtstrend zeigt, werden wir um strengere Maßnahmen nicht herumkommen", machte Kretschmann klar.

Der Grünen-Politiker betonte, dass das Offenhalten von Kitas und Schulen weiterhin eine sehr hohe Priorität genieße. Sollten die Infektionszahlen jedoch nicht sinken, könnten auch diese Bereiche von veränderten Maßnahmen betroffen sein.

"Die Lage bleibt weiterhin ernst. Die Kraft der zweiten Welle ist noch nicht gebrochen! Es zeigt sich, dass die zweite Welle noch stärker ist als die erste", so Kretschmann in seinem Video-Statement am Montagabend.

Der "Nachteil" der zweiten Welle seien kürzer werdende Tage und sinkende Temperaturen, die zur Folge haben, dass sich das Leben in die Innenräume verlagere, wo sich das Coronavirus besser ausbreiten könne. "An Lockerungen ist in den kommenden Wochen nicht zu denken. Wir müssen uns auf lange, harte Wintermonate einstellen", so Kretschmann.

Darüber hinaus rief Baden-Württembergs Ministerpräsident die Bürger dazu auf, private Kontakte noch weiter zu reduzieren, als es ohnehin schon der Fall ist. Demnach solle man auf komplett auf private Feiern verzichten und sich nur noch mit einem weiteren Haushalt treffen. "Treffen Sie sich nicht heute mit den einen und morgen mit den anderen", appellierte Kretschmann.

Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

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