Kampf ums Rathaus: Schreier gesteht Niederlage ein, gratuliert Nopper

Stuttgart - Im zweiten Anlauf wird am Sonntag (ab 8 Uhr) in Stuttgart ein neues Stadtoberhaupt gewählt.

Dort wollen die Kandidaten einziehen: das markante Stuttgarter Rathaus.
Dort wollen die Kandidaten einziehen: das markante Stuttgarter Rathaus.  © Marijan Murat/dpa

Als Favorit auf die Nachfolge des scheidenden Oberbürgermeisters Fritz Kuhn (65, Grüne) gilt der Backnanger Oberbürgermeister Frank Nopper (59) von der CDU.

Chancen werden aber auch dem unabhängigen Kandidaten Marian Schreier (30) zugerechnet.

Als Außenseiter hofft Stuttgarts Stadtrat Hannes Rockenbauch (40) vom Fraktionsbündnis SÖS/Linke auf einen Erfolg.

Im ersten Wahlgang vor drei Wochen hatte keiner der Bewerber eine absolute Mehrheit der Stimmen erhalten.

Amtsinhaber Kuhn verzichtet nach acht Jahren an der Rathausspitze auf eine weitere mögliche Amtszeit und zieht sich Anfang Januar zurück.

Insgesamt können 450.000 Wahlberechtigte abstimmen. Mit einem Wahlergebnis wird bis 20.30 Uhr gerechnet.

Gewählt wird unter Corona-Auflagen

Da es die zweite Wahl ist, entscheidet die einfache Mehrheit der gültigen Stimmen. Klassische Stichwahlen gibt es in Baden-Württemberg bei Bürgermeister-Wahlen nicht.

Die Wahl findet erneut unter starken Corona-Auflagen statt. Es muss unter anderem eine Alltagsmaske in Wahlgebäuden und Wahlräumen getragen werden.

Zudem müssen die Wähler einen Mindestabstand von 1,50 Metern zu anderen Personen einhalten.

Update: 15.50 Uhr

Wahlbeteiligung deutlich geringer als vor drei Wochen

Bei der Wahl zum Stuttgarter Oberbürgermeister deutet sich eine erheblich geringere Wahlbeteiligung an als bei der ersten Wahl vor drei Wochen.

Setzt sich der Trend fort, geht das Statistische Amt von einer Wahlbeteiligung von 44,1 Prozent aus, wie die Stadt am Nachmittag twitterte. Das wären fast 5 Punkte weniger als bei der OB-Wahl Anfang November und mehr als 3 Punkte weniger als im zweiten Durchgang der Abstimmung vor acht Jahren.

Im Durchschnitt lag die Wahlbeteiligung bei Wahlen zu Bürgermeistern in Baden-Württemberg in den Jahren 2010 bis 2017 bei 44,4 Prozent.

Update: 18.50 Uhr

CDU-Mann Nopper liegt vorne

Bei der OB-Wahl in Stuttgart zeichnet sich im zweiten Wahlgang eine Führung des CDU-Kandidaten Frank Nopper ab.

Nach Auszählung von 318 der 545 Wahlbezirke kam der amtierende Oberbürgermeister aus Backnang am Sonntagabend auf 42,4 Prozent der Stimmen. Sein stärkster Konkurrent, der unabhängige Bewerber Marian Schreier, konnte 37 Prozent der Stimmen für sich verbuchen.

Stuttgarts Stadtrat Hannes Rockenbauch vom Fraktionsbündnis SÖS/Linke folgte auf dem dritten Platz mit 17,4 Prozent.

Update: 19.25 Uhr

Schreier gratuliert Nopper

Der Stuttgarter Oberbürgermeister-Kandidat Marian Schreier hat seine Niederlage gegen CDU-Mann Frank Nopper am Sonntag eingestanden, noch bevor alle Stimmen ausgezählt waren.

Er wünsche ihm alles Gute für die Gestaltung der Stadt in den nächsten Jahren, sagte der Bürgermeister von Tengen bei Stuggi TV.

Er hatte zu dem Zeitpunkt rund 37 Prozent der Stimmen, Nopper etwa 43 Prozent.

Update: 19.30 Uhr

Palmer gratuliert Nopper

Nachdem Marian Schreier seine Niederlage eingestanden hat, hat sich Boris Palmer auf Facebook zu Wort gemeldet.

Palmer beglückwünschte den CDU-Mann zum Sieg. "Er hat das Kunststück geschafft, in einer Stadt zu gewinnen, in der die CDU eine strategische Mehrheit gegen sich hat und im Talkessel allein gar nicht mehr gewinnen kann."

Glückwunsch gingen aber auch an Schreier: "Er ist als Einzelkandidat ohne eine Partei fast zum Sieger geworden. Im Duell gegen Nopper hätte er sogar gewinnen können. Er wird sicher für die SPD und unser Land noch eine große Rolle spielen."

Titelfoto: Marijan Murat/dpa

Mehr zum Thema Stuttgart Politik:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0