"Karrierist Sau!": Anschlag auf Auto von Stuttgarts OB-Kandidat Schreier

Stuttgart - Ein hässliches Kapitel bei der Wahl zum neuen Stuttgarter Oberbürgermeister wurde aufgeschlagen: Der Wagen des als unabhängigen Kandidaten angetretenen Sozialdemokraten Marian Schreier (30) ist von Unbekannten beschädigt worden!

Marian Schreier (30) meldete sich auf Facebook zu Wort, machte die Attacke dort öffentlich.
Marian Schreier (30) meldete sich auf Facebook zu Wort, machte die Attacke dort öffentlich.  © Tom Weller/dpa

Der 30-Jährige machte den Vorfall am Samstag auf seiner Facebook-Seite öffentlich.

"Nachdem seit gestern wildeste Verschwörungstheorien über mich verbreitet werden, wurde gestern Nacht auch noch mein Auto beschädigt", schreibt Schreier dort. 

Auf angehängten Fotos ist zu sehen, dass die Täter auf die Motorhaube gekrakelt haben: "Zieh zurück, Karrierist Sau!" Außerdem wurden die Scheibenwischer beschädigt, das Glas eines (offenbar mit einem Tritt versehenen) Außenspiegels hängt herunter.

Meier sei als Kommunalpolitiker einiges gewohnt und wolle die Sachbeschädigung nicht überbewerten, heißt es weiter. Er wünsche sich aber, "dass wir wieder zu der fairen, an der Sache orientierten Diskussion des ersten Wahlgangs zurückkehren". 

Was die Themen Finanzierung und Spenden anbelange, schreibt er: "Kein anderer Kandidat in Stuttgart geht so transparent mit Spenden um. (...) Ich werde weder finanziell noch organisatorisch noch sonst wie (z.B. inhaltlich) von einer Partei und weder finanziell noch organisatorisch noch sonst wie (z.B. inhaltlich) von der Operation Libero unterstützt."

Die Operation Libero (OL) wurde im Oktober 2014 in der Schweiz gegründet. Sich selbst versteht sie laut Homepage als "als politische Bewegung, die sich für eine weltoffene und zukunftsgewandte Schweiz einsetzt. Eine Schweiz, die ein Chancenland ist und kein Freilichtmuseum."

Unterstützt die Operation Libero den OB-Kandidaten?

Auf dem sozialen Netzwerk Twitter war behauptet worden, dass Schreier von der OL unterstützt werde. 

Dem widersprach er auf Facebook: "Es gibt keinerlei Vereinbarungen zwischen der Operation Libero und mir. Alle Werbemittel werden von mir bzw. aus dem Crowdfunding bezahlt. Ich habe rd. 87.000 EUR an Spenden eingeworben. Davon wiederum stammen ganze 255 EUR von Nicht-EU-Ausländern und ganze 135 EUR von Schweizern. Ich nehme keine Spenden außerhalb meines Crowdfundings an und trage alle sonstigen Wahlkampfausgaben aus eigener Tasche."

Auch die OL selbst meldete sich in der Sache zu Wort. Auf Twitter schrieb die Bewegung: "Wir schalten uns hier mal ein. Operation Libero hat nicht im Geringsten etwas mit dem Wahlkampf von @marianschreier zu tun."

Wie die Wochenzeitung herausgefunden hat, bediente sich die OL im Schweizer Wahlkampf letztes Jahr offenbar äußerst fragwürdiger Methoden.

Schreier erstattete Anzeige bei der Polizei

Schreier schreibt über die Bewegung in seinem Posting: "Und für alle, die Operation Libero jetzt nur in dieser Diskussion kennen gelernt haben: Dies ist eine zivilgesellschaftliche Organisation, die in der Schweiz mehrere Volksinitiativen der rechtskonservativen SVP erfolgreich bekämpft hat. Darüber hinaus gibt es keinen Grund anzunehmen, dass ich mich den Zielen von Operation Libero in besonderer Weise verbunden fühle."

Nach Polizeiangaben hatte der 30-Jährige nach dem Angriff auf sein Auto Anzeige erstattet, meldet die Deutsche Nachrichten-Agentur.

Wie berichtet, hatte bei der OB-Wahl am 8. November keiner der insgesamt 14 Bewerber die absolute Mehrheit erreichte - also mehr als 50 Prozent der Stimmen. Darum wird am 29. November nochmals gewählt. Schreier ist einer von neun Kandidaten, die dann nochmals antreten.

Titelfoto: Montage: Screenshot Facebook.de/Marian Schreier, Tom Weller/dpa

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