Skandal am Klinikum Stuttgart: Angeklagte müssen sich vor Gericht verantworten

Stuttgart - Ein Skandal um dubiose Geschäfte bei der Behandlung ausländischer Patienten am Klinikum Stuttgart beschäftigt nun auch die Richter.

Angeklagte sollen in Stuttgart mit dem Wissen von Klinikum-Mitarbeitern überhöhte Patientenabrechnungen ausgestellt haben.
Angeklagte sollen in Stuttgart mit dem Wissen von Klinikum-Mitarbeitern überhöhte Patientenabrechnungen ausgestellt haben.  © Sebastian Gollnow/dpa

Von diesem Donnerstag (9 Uhr) an müssen sich drei angeklagte Dienstleister vor dem Landgericht für die längst aufgelöste Auslandsabteilung des Klinikums verantworten.

Das Trio soll mit dem Wissen von Klinikum-Mitarbeitern überhöhte Patientenabrechnungen ausgestellt und auch nicht erbrachte Leistungen abgerechnet haben, um die Provisionen zu kassieren.

Es muss sich unter anderem wegen des Verdachts des Betrugs, der Anstiftung oder Beihilfe zur Untreue und der Bestechung verantworten.

Als Vermittler von Gesundheitsdienstleistungen sollen die angeklagten mutmaßlichen Betrüger in den Jahren 2012 bis 2015 auch für die Betreuung ausländischer Patienten vor allem aus dem arabischen Raum und für die Zusammenarbeit mit dem Klinikum zuständig gewesen sein.

Bei den drei Angeklagten geht es konkret um Vorwürfe im Zusammenhang mit der Behandlung von 370 libyschen Kriegsversehrten. Die unzulässigen Provisionen hätten die Männer ohne Wissen des libyschen Kostenträgers auf die Patientenrechnungen aufgeschlagen und zudem Leistungen abgerechnet, die sie gar nicht erbracht hatten. Laut Staatsanwaltschaft liegt der Schaden für das Klinikum und somit für die Stadt als Träger insgesamt in etwa zweistelliger Millionenhöhe.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit 2016 und mittlerweile gegen insgesamt rund 20 Verdächtige aus ganz Deutschland, darunter sind auch Mitarbeiter des Klinikums und frühere Politiker.

Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

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