Coronavirus breitet sich unter Stuttgart-21-Bauarbeitern weiter aus

Stuttgart - Nach der Erkrankung von mehreren Bauarbeitern der Baustellen des milliardenschweren Bahnprojekts Stuttgart 21 an Covid-19 (TAG24 berichtete) sind 43 Kontaktpersonen in eine Schutzunterkunft gebracht worden. 

Die Baustelle des zukünftigen Tiefbahnhofs des Bahnprojektes Stuttgart 21.
Die Baustelle des zukünftigen Tiefbahnhofs des Bahnprojektes Stuttgart 21.  © dpa/Sebastian Gollnow

Dies teilte die Stadt Stuttgart am Freitag mit. Die Männer waren zuvor in Quarantäne in einer Arbeiterunterkunft und wurden vorsorglich auf Covid-19 untersucht. 19 Personen wurden positiv getestet. 

Diese und ihre direkten Kontaktpersonen mussten daher in eine gesonderte Isolation. Wer symptomfrei und negativ getestet worden sei, für den habe die Isolation geendet. Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet.

In Stuttgart gibt es drei Einrichtungen, in denen mit Corona infizierte Menschen oder Verdachtsfälle zeitweilig untergebracht werden können, wenn sie beispielsweise in Gemeinschaftsunterkünften wohnen. Laut Corona-Verordnung ist der Betrieb von Baustellen erlaubt. 

Allerdings müssen auch auf Baustellen Vorsichtsmaßnahmen zum Arbeitsschutz und gegen eine Ausbreitung des Coronavirus eingehalten werden. 

Es sollte laut Vorgabe ein Abstand zwischen Kollegen sowie zu anderen Menschen von mindestens 1,50 Metern eingehalten werden - "wo immer möglich", wie es heißt.

Ein Bahnsprecher hatte am Montag erklärt: "Wir erwarten von unseren Auftragnehmern und deren Subunternehmern selbstverständlich, dass sich diese strikt an die behördlichen Regelungen zur Eindämmung der Übertragung des Coronavirus halten."

Stuttgart-21-Gegner hatten gefordert, die Bauarbeiten aufgrund des Coronavirus sofort zu stoppen

Insgesamt arbeiten nach seinen Angaben rund 6000 Menschen für das Bahnprojekt Stuttgart–Ulm. Gegner des Projekts hatten gefordert, die Bauarbeiten umgehend einzustellen. 

Man habe bereits Ende März vor den Ansteckungsrisiken auf den S21-Baustellen gewarnt und einen Baustopp gefordert, kritisierte das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21.

An dem unterirdischen Durchgangsbahnhof in Stuttgart wird seit Jahren gebaut. Das Projekt umfasst Stuttgart 21 und die Neubaustrecke von Wendlingen nach Ulm.

Titelfoto: dpa/Sebastian Gollnow

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