Anti-Rassismus-Demo in Stuttgart: Streifenwagen mit Pflastersteinen beworfen

Stuttgart - Im Zuge der "Silent Demos" protestierten in Stuttgart am Samstag tausende Menschen gegen Rassismus und Polizeigewalt. 

Hier protestieren die Demonstranten am Theater in Stuttgart.
Hier protestieren die Demonstranten am Theater in Stuttgart.  © 7aktuell.de | Marc Gruber

Damit kamen deutlich mehr Menschen als die 700, die zunächst angemeldet waren, wie ein Sprecher der Polizei Stuttgart gegenüber TAG24 sagte. 

Bis 16 Uhr ging die Kundgebung an der Staatsoper, danach versammelten sich tausende Menschen zu einer Spontan-Demo durch die Stuttgarter Innenstadt. Diese hielt bis zum späten Nachmittag an. 

Wie der Polizeisprecher weiter berichtete, kam es im Verlauf des Protests zu mehreren Zwischenfällen. 

Unter anderem wurde am Landtag ein Streifenwagen mit Pflastersteinen beworfen, was die Polizei über den Kurznachrichtendienst "Twitter" mitteilte. 

Dort hieß es außerdem, dass ein betrunkener Mann festgenommen wurde, der eine abgeschlagene Flasche mit sich trug. Zuvor war er mit anderen Demo-Teilnehmern in Streit geraten. 

Polizisten stehen auf dem Schlossplatz vor einigen Demonstranten.
Polizisten stehen auf dem Schlossplatz vor einigen Demonstranten.  © Andreas Rosar/ Fotoagentur Stuttgart
Die meisten der tausenden Protestierenden demonstrierten friedlich gegen Rassismus und Polizeigewalt.
Die meisten der tausenden Protestierenden demonstrierten friedlich gegen Rassismus und Polizeigewalt.  © TAG24

Am Rande der Demo in Stuttgart kam es zu mehreren Zwischenfällen: Mindestens zwei Menschen wurden festgenommen

Rund um die Demo kam es noch zu weiteren Festnahmen, jedoch waren die Hintergründe zunächst nicht bekannt. Die meisten Teilnehmer der Demonstration waren friedlich. 

Anlass des Protests war der Tod des Afroamerikaners George Floyd, der am 25. Mai in den USA starb, nachdem ihm ein Polizist minutenlang ein Knie auf den Hals gedrückt hatte. 

"Ich stehe heute hier, weil der Traum von Martin Luther King nicht in Erfüllung gegangen ist", sagte der Demo-Mitorganisator Lionel Njoya in Stuttgart: Rassismus töte. Der von einem Polizisten getötete Floyd, die rechtsextremen Taten in Halle und Hanau - "all diese Vorfälle sind Teil einer langen Serie von Diskriminierung, rechtem Terror und Rassismus" sagte Njoya. "Ist es noch ein Einzelfall, wenn es ständig irgendwo passiert?" Rassismus begegne ihm im Fitnessstudio, im Zug, in den Medien oder im Urlaub. "Wann seht ihr mich endlich als Subjekt und nicht Vertreter einer Gruppe an", fragte er.

Tausende demonstrieren durch Stuttgarts Innenstadt.
Tausende demonstrieren durch Stuttgarts Innenstadt.  © Christoph Schmidt/dpa

Update 20.52 Uhr: Wie die Polizei inzwischen mitteilte, warfen zwei Personen vor dem Landtag Steine auf einen mit Beamten besetzten Streifenwagen. Einer der Angreifer wurde festgenommen. Am Rande der Demo wurde offenbar auch ein Passant angegriffen, der von Rettungskräften versorgt werden musst. Um 20 Uhr löste sich die Demo auf. 

Update 19.54 Uhr: Nach Polizeiangaben soll es am Rande der Demo Stein-und Flaschenwürfe gegeben und mindestens zwei Festnahmen. Aufgrund der Spontan-Demo, die durch die Innenstadt zog kam es außerdem zu erheblichen Verkehrsbehinderungen.

Die Hauptstätter Straße in Stuttgart war durch die Menschen-Massen des Demonstrationszugs einige Zeit blockiert. 

Titelfoto: Andreas Rosar/ Fotoagentur Stuttgart

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