Tag der Arbeit in der Pandemie: Heute gibt's 30 Kundgebungen

Stuttgart - Keine großen Massen auf den Straßen und größere Kundgebungen: Der traditionsreiche Tag der Arbeit am 1. Mai findet in Zeiten von Corona anders statt.

Kundgebungs-Teilnehmer am Samstag in Stuttgart.
Kundgebungs-Teilnehmer am Samstag in Stuttgart.  © Andreas Rosar/ Fotoagentur Stuttgart

So plant der Südwestableger des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) für den 1. Mai in Zeiten der Pandemie rund 30 kleinere Kundgebungen mit Abstand und entsprechenden Hygienekonzepten.

Die Hauptkundgebung mit DGB-Landeschef Martin Kunzmann in Reutlingen wird am Samstag (11 Uhr) zugleich im Internet übertragen.

Verdi-Landeschef Martin Gross sagte, die Corona-Krise habe schonungslos offengelegt, wo die Sparpolitik der letzten Jahrzehnte Lücken in der Daseinsvorsorge, insbesondere im gesamten Gesundheitswesen, gerissen habe. "Eine Sparpolitik, die sich im vergangenen Jahr bitter gerächt hat."

Der Verdi-Funktionär warnte zugleich vor den Folgen eines möglichen Personalabbau von Grün-Schwarz im öffentlichen Dienst im Südwesten.

Weniger Staat und damit weniger Daseinsvorsorge könne und dürfe nicht die Antwort auf diese epochale Krise sein.

Update 14.32 Uhr: Gewerkschaften demonstrieren zum Tag der Arbeit im Südwesten

Die größte Veranstaltung war in der Landeshauptstadt Stuttgart, wo mehrere Hundert Menschen mit Bannern und Plakaten durch die Stadt zogen. Viele der Teilnehmer beklagten dabei auch die derzeitigen Corona-Maßnahmen, die sie etwa als Symbolpolitik statt echte Pandemiebekämpfung bezeichneten.

Der DGB-Landesvorsitzende Martin Kunzmann teilte am Samstag mit, die Krise habe die Spaltung der Gesellschaft vertieft - materiell wie ideologisch. Das Thema Verteilungsgerechtigkeit müsse wieder oben auf die Agenda. "Wir sagen Ja zur Stützung der Wirtschaft. Aber wer insgesamt fast 100 Milliarden Euro an Hilfen bekommen hat, muss auch seiner gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden", so Kunzmann.

Von der künftigen Landesregierung forderte der DGB-Landeschef, eine sozial gerechte Klimapolitik zu machen. "Ein Windrad im Staatswald sichert keine Arbeitsplätze. Wir brauchen auch grüne – und gute - Arbeitsplätze."

Verdi-Landeschef Martin Gross kritisierte eine "Sparpolitik" in den letzten Jahrzehnten. Diese habe Lücken in der Daseinsvorsorge, insbesondere im gesamten Gesundheitswesen, gerissen. "Eine Sparpolitik, die sich im vergangenen Jahr bitter gerächt hat."

Nun müsse man Geld in die Hand nehmen, um die Bildung und Ausbildung der Kinder zu retten, um den geschädigten Branchen auf die Beine zu helfen und um Beschäftigung zu sichern. Vor allem aber müsse man das Gemeinwesen krisenfest aufstellen, so Gross.

Einem möglichen Stellenabbau im öffentlichen Dienst aufgrund der schwierigen Finanzlage des Landeshaushalts erteilte Gross eine klare Absage. Weniger Staat und damit weniger Daseinsvorsorge könne und dürfe nicht die Antwort auf diese epochale Krise sein.

Titelfoto: Andreas Rosar/ Fotoagentur Stuttgart

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