Daimler-Arbeiter bangen um ihre Jobs und reagieren mit kreativer Protest-Aktion!

Stuttgart - Die Fronten sind verhärtet. Beim Stuttgarter Autobauer Daimler stellen sich Betriebsrat sowie IG Metall immer mehr gegen die geplanten Sparmaßnahmen von Vorstandsboss Ola Källenius (51).

Als Zeichen des Protests: Zehntausende Postkarten werden der Unternehmensleitung übergeben.
Als Zeichen des Protests: Zehntausende Postkarten werden der Unternehmensleitung übergeben.  © Andreas Rosar/ Fotoagentur Stuttgart

So wurden am Donnerstagmorgen der Unternehmensleitung das Ergebnis einer bundesweiten Solidaritätsaktion präsentiert: Zehntausende Postkarten aus ganz Deutschland, mit denen ein Zeichen gesetzt werden soll.

"Jede Postkarte steht dabei stellvertretend für einen Beschäftigten, seine Sorgen und seine Hoffnungen", heißt es in einer Pressemitteilung.

Und die Sorgen sind groß. Zuletzt sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Michael Brecht (55): "Transformation, Covid, Rezession. Die Belegschaft leistet bei allen Herausforderungen ihren Beitrag: Qualifikation, Hygieneregeln, Sparbeitrag." Doch dies reiche dem Vorstand nicht.

"In den Werken zittern die Beschäftigten und haben Angst um ihre Zukunft. Die Belegschaft in der Verwaltung fühlt sich verstoßen", so Brecht weiter.

Ängste, die ihren Ursprung im radikalen Sparkurs bei Daimler haben, wodurch Tausende Jobs auf dem Spiel stehen. So sollen zwischen 10.000 bis 15.000 Stellen abgebaut werden.

Besonders hart wird es dabei wohl das Stammwerk in Untertürkheim treffen. Dort, wo Mercedes-Benz Motoren, Getriebe und Achsen entwickelt und anfertigt, sollen 4000 Jobs gestrichen werden (TAG24 berichtete).

Am frühen Donnerstagmorgen protestieren Arbeiterinnen und Arbeiter vor dem Mercedes-Werk.
Am frühen Donnerstagmorgen protestieren Arbeiterinnen und Arbeiter vor dem Mercedes-Werk.  © Andreas Rosar/ Fotoagentur Stuttgart

Daimler reagiert scharf auf die Forderungen der Bertriebsräte

Zuletzt hatte außerdem die Ankündigung für großen Unmut gesorgt, dass unbefristete 40-Stunden-Verträge gekündigt werden sollen. Demnach dürfen die Beschäftigten nur noch 35 Stunden arbeiten und verdienen dementsprechend weniger Geld.

Auf die Angriffe der Betriebsräte reagierte der Autobauer Daimler übrigens bereits am Mittwoch scharf.

So hieß es in einem Schreiben, dass es das Aus für das geplante Kompetenzzentrum Elektromobilität im Stammwerk Stuttgart-Untertürkheim bedeuten würde, sollten die Arbeitnehmervertreter weiter auf ihren Forderungen beharren.

Titelfoto: Andreas Rosar/ Fotoagentur Stuttgart

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