Polizei Stuttgart fragte nach Krawallnacht Migrationshintergrund von elf Verdächtigen ab

Stuttgart - Die Stuttgarter Polizei hat nach eigenen Angaben in elf unklaren Fällen den Migrationshintergrund von Verdächtigen der Krawallnacht bei Standesämtern abgefragt.

Polizeieinheiten im Einsatz in der Krawallnacht am 21. Juni in Stuttgart.
Polizeieinheiten im Einsatz in der Krawallnacht am 21. Juni in Stuttgart.  © Simon Adomat/dpa

Das bestätigte eine Sprecherin am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Diese mutmaßlichen Krawallmacher hatten sich demnach in der Vernehmung nicht zu ihrer Herkunft äußern wollen.

Die Information fließe in den Ermittlungsbericht ein und sei besonders für Präventionskonzepte wichtig. Es brauche andere Konzepte für türkische Migranten aus sozialen Brennpunkten als etwa für Deutsche, die in der Stuttgarter Halbhöhenlage lebten. Sonstige Informationen seien nicht bei den Ämtern abgefragt worden.

Dass die Vorkommnisse der Stuttgarter Krawallnacht ein besonderes Augenmerk der Öffentlichkeit haben, sei nicht von der Hand zu weisen, sagte die Sprecherin. Aber auch sonst würde der Migrationshintergrund in Ermittlungen abgefragt.

Die Polizei hatte am Sonntag bestätigt, dass sie bei ihren Ermittlungen in Einzelfällen bei Standesämtern nachforscht, welche Nationalität die Eltern von Tatverdächtigen haben.

Es gehe darum, weitere Täter zu identifizieren sowie die Lebens- und Familienverhältnisse der bereits bekannten Verdächtigen umfassend festzustellen, erklärte das Polizeipräsidium. Dies als "Stammbaumforschung" zu bezeichnen, sei aber nicht korrekt.

Titelfoto: Simon Adomat/dpa

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