Polizeipräsident Lutz: Habe nie von "Stammbaumrecherche" gesprochen

Stuttgart - Der Stuttgarter Polizeipräsident Franz Lutz (65) hat nach eigenen Angaben nicht den umstrittenen Begriff "Stammbaumrecherche" benutzt.

Franz Lutz (65), Polizeipräsident von Stuttgart. (Archivbild)
Franz Lutz (65), Polizeipräsident von Stuttgart. (Archivbild)  © Edith Geuppert/dpa

"Ich habe diesen Begriff definitiv nicht verwendet - weder wörtlich, wie es behauptet wird, noch indirekt", sagte Lutz den "Stuttgarter Nachrichten". "So ein Wort widerspricht meiner Einstellung und gehört auch nicht zu meinem Vokabular."

"Stuttgarter Zeitung" und "Stuttgarter Nachrichten" hatten zuvor berichtet, Lutz habe im Gemeinderat angekündigt, dass die Polizei bei den Ermittlungen gegen Randalierer auch bei Verdächtigen mit deutschem Pass mit Hilfe der Landratsämter Stammbaumrecherche betreibe.

Um den Begriff entbrannte daraufhin eine hitzige Debatte (TAG24 berichtete).

"Besonders bei Strafsachen von Jugendlichen und Tatverdächtigen unter 21 Jahren (...) ist die Überprüfung der Lebens- und Familienverhältnisse Aufgabe der Jugendhilfe im Strafverfahren und dient der Staatsanwaltschaft und den Gerichten als Entscheidungshilfe", betonte Lutz in dem Interview.

"Das kann auch bedeuten, dass die Nationalität der Eltern von Tatverdächtigen durch eine Anfrage beim Standesamt erhoben wird. Dies ist eine polizeiliche Standardmaßnahme, die jeweils in einer Einzelfallbewertung geprüft wird."

In Stuttgart war es in der Nacht zum 21. Juni zu schweren Auseinandersetzungen gekommen. Randalierer hatten Schaufenster zerstört und Geschäfte geplündert. Nach Angaben der Polizei waren 400 bis 500 Menschen an den Ausschreitungen beteiligt oder hatten zugeschaut.

32 Polizisten wurden verletzt. 40 Verdächtige wurden ermittelt.

Titelfoto: Edith Geuppert/dpa

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