Bestseller-Autoren sagten Wirtschaftscrash voraus: Ist es nun soweit?

Stuttgart - Die Bestseller-Autoren Marc Friedrich und Matthias Weik haben in ihrem Buch "Der größte Crash aller Zeiten" vorausgesagt, dass ein großer Crash kommt und der Euro bis spätestens 2023 scheitern wird. 

Cover des Buchs: "Der größte Crash aller Zeiten".
Cover des Buchs: "Der größte Crash aller Zeiten".  © © Friedrich & Weik Vermögenssicherung UG (Fotomontage)

TAG24 hatte den Autor Marc Friedrich bereits im Januar interviewt. (Den Artikel dazu findet Ihr hier) Hat sich ihr Szenario bewahrheitet? Eine weitere Nachfrage. 

TAG24: In ihrem Buch haben Sie einen Crash vorausgesagt. Tritt dieser nun ein?

Marc Friedrich: Jetzt kommt die Krise, der Crash. Das Coronavirus ist lediglich der Auslöser. Die Wirtschaft war schon letztes Jahr in der Stagnation, wir hatten schon eine Rezession insbesondere in Südeuropa und eine Nullzinspolitik. Es wäre so oder so gekommen - mit oder ohne Virus. 

TAG24: Unternehmens- und Bankpleiten werden realistischer. Wie schätzen Sie die nächste Zeit ein?

Marc Friedrich: Die Regierung hat eine Insolvenzverschleppung gesetzlich verankert, indem man bis 30. September keine Insolvenzen durchführen muss, mit einer Option bis März nächsten Jahres zu verlängern. 

Vapiano, Maredo sind schon pleite, viele Einzelhändler werden noch umkippen. Wir werden eine Pleitewelle sehen. Das kann man daran erkennen, dass auch schon 650 Tausend Unternehmen Kurzarbeit angemeldet haben. Das sind 30 Mal mehr, als in der Finanzkrise 2009. Banken und Unternehmen werden verstaatlicht, aber auch viele werden umkippen.

TAG24: Wie wirken sich die Soforthilfen des Staats aus?

Marc Friedrich: Das ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Das ist nur ein Zeitgewinn beziehungsweise eine Insolvenzverschleppung. Da reden wir über ein paar Wochen oder Monate. Wenn ein Friseursalon oder Biergarten nicht öffnen kann, ist das nur eine Frage der Zeit, wie lange sie sich über Wasser halten können. Das Problem ist, dass der, der am Samstag nicht essen war, nächstes Mal nicht zweimal essen gehen wird. Die Schäden sind da und die Leute werden auch nicht nach der Krise nicht einfach weiter konsumieren, sondern vorsichtiger sein und den Euro ansparen. Wir erleben eine Zeitenwende und werden in einer anderen Welt aufwachen. Mit Gelddrucken kann man keine Krise lösen und auch kein Virus. 

Die Politik sollte die Wirtschaft sofort wieder ankurbeln

Marc Friedrich und Matthias Weik haben mehrere Wirtschaftsbücher geschrieben.
Marc Friedrich und Matthias Weik haben mehrere Wirtschaftsbücher geschrieben.  © Christian Stehle, Asperg

TAG24: Was sollte die Politik aktuell tun?

Marc Friedrich: Man müsste den Euro ad acta legen, die Menschen wieder rausschicken in Lohn und Brot und man müsste Unternehmen pleitegehen lassen. Man müsste die älteren und die Menschen mit Vorerkrankungen noch zwei bis drei Monate in Quarantäne versetzen, um eine Herdenimmunität zu erreichen. Das wird allerdings nicht passieren, da geht man lieber in den wirtschaftlichen Selbstmord. Aktuell ist die Heilung schädlicher als die Krankheit.

TAG24: Sie haben das Scheitern des Euros bis 2023 vorausgesagt. Wird das nun konkreter?

Marc Friedrich: Wenn die Läden und die Volkswirtschaft nicht in den nächsten Wochen wieder aufgemacht werden, dann wird das schneller passieren. Im schlimmsten Fall bereits schon dieses Jahr, im moderaten Fall nächstes Jahr und im besten Fall erst 2022. 

Italien, die drittgrößte Volkswirtschaft ist seit sechs Wochen in Quarantäne, war davor schon in einer Rezession, nun gehen Unternehmen pleite und die Leute werden dann entscheiden, ob sie im Euro bleiben wollen oder nicht. Das wird der EU und dem Euro den Rest geben.

TAG24: Wie lange wird es dauern, bis sich die Wirtschaft wieder erholt und was erwarten Sie für die Zeit davor?

Marc Friedrich: Wir kommen von einem hohen Niveau. Wir hatten elf Jahre den längsten Wirtschaftsboom. Das wird zwischen drei bis acht Jahren dauern. 

Wir werden alle ärmer werden, es wird zu viel Arbeitslosigkeit kommen, es werden extremere Parteien an die Macht kommen und es kann sogar zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen kommen. Diese Krise wird größer sein. Die Zukunft wird eine andere sein, wir werden nicht wieder in der gleichen Welt aufwachen. 

TAG24: Kurzarbeitergelder, Soforthilfe, Sozialkassen: Wer soll das alles bezahlen?

Marc Friedrich: Der Bürger wird die Zeche dafür zahlen. Es werden Corona-Abgaben und Steuern für Reichere gefordert. Der Bürger ist gerade in Schockstarre und die Politik wird das ausnutzen, um Dinge durchzuboxen.

Investitionen in Gold, Silber und Diamanten sinnvoll

Marc Friedrich bei einem Vortrag vor der Corona-Krise.
Marc Friedrich bei einem Vortrag vor der Corona-Krise.  © © Friedrich & Weik Vermögenssicherung UG

TAG24: Was sollten Sparer nun tun?

Marc Friedrich: Man sollte sich überlegen, welche Papierwerte noch sinnvoll sind.  Rentenversicherungen, die in 30 Jahren beispielsweise ausbezahlt werden, sind nicht sinnvoll. 

Man muss in limitierte Werte investieren: Wertspeicher, wie Edelmetalle, Gold und Silber, Diamanten, Grund und Boden oder eine abbezahlte Immobilie, Whisky und Unternehmensanleihen.

Aktien würde ich eher verkaufen. Die Produktion beispielsweise von Daimler oder VW wurde gestoppt, da wird es zu Unternehmenspleiten in der Zuliefererkette kommen und dann wird die Börse in die Knie gehen.

Ich würde eher anonym Gold, Diamanten oder Silbermünzen kaufen, auch digitale Währungen, wie Bitcoin sind eine Alternative.

Ab Mai wird es runter gehen, den Dax würde ich dann unter 5000 Punkten kaufen. 

Titelfoto: Christian Stehle, Asperg

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