Manipulations-Verdacht: Porsche droht Rückruf Tausender Fahrzeuge

Stuttgart - Dem Sportwagenbauer Porsche droht der Rückruf Tausender seiner Autos.

In dem Verfahren geht es um CO2-Emissions-Werte einiger Porsche-Modelle, die angeblich deutlich höher waren, als der Hersteller angegeben hatte.
In dem Verfahren geht es um CO2-Emissions-Werte einiger Porsche-Modelle, die angeblich deutlich höher waren, als der Hersteller angegeben hatte.  © Christoph Schmidt/dpa

Im Zusammenhang mit möglichen Manipulationen an der Hard- und Software bestimmter älterer Fahrzeugmodelle hat das Kraftfahrtbundesamt (KBA) nach dpa-Informationen inzwischen ein formelles Anhörungsverfahren gegen den Hersteller eingeleitet.

Das KBA und auch Porsche bestätigten am Donnerstag auf Anfrage jeweils, dass ein Verfahren laufe, beide Seiten äußerten sich aber nicht zu Details. Im Ergebnis könnte letztlich ein Rückruf der betroffenen Fahrzeuge angeordnet werden. Zuerst hatte Business Insider darüber berichtet.

KBA-Untersuchungen wegen mutmaßlich falscher Verbrauchswertangaben bei bestimmten Porsche-Fahrzeugen laufen dem Vernehmen nach bereits seit Monaten.

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Porsche hatte im August 2020 mitgeteilt, man habe bei internen Prüfungen "Themen" entdeckt und diese den Behörden gemeldet. Diese Themen beträfen "spezifische Hard- und Softwarebestandteile, die in Typisierungsmessungen verwendet" worden seien.

Laut Business Insider hatte sich bei zwischenzeitlich erfolgten Messungen des KBA herausgestellt, dass bei bestimmten Modellen die CO2-Emissionen auf der Testrolle wesentlich höher waren, als es der Hersteller für die Typengenehmigungen angegeben hatte.

Porsche erklärte, betroffen seien "wenige Modelle" und eine "sehr geringe Stückzahl". Der Anteil der relevanten Fahrzeuge betrage weniger als ein Prozent der Porsche-Flotte. Auch gebe es zu "keinem dieser Fahrzeuge" bisher eine behördliche Entscheidung. "Das Verfahren befindet sich in einem frühen Stadium der Anhörung."

Update 15.55 Uhr: Staatsanwaltschaft prüfte Zivilakte

Die Staatsanwaltschaft habe die Zivilakte des Landgerichts geprüft, teilte ein Behördensprecher mit. Zu welchem Ergebnis sie kam, wollte er zunächst nicht mitteilten. Im Konzernbetriebsrat hat laut Stuttgarter Zeitung unterdessen der bisherige Vize den Vorsitz kommissarisch übernommen.

Titelfoto: Christoph Schmidt/dpa

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