Metall-Tarifverhandlungen in Baden-Württemberg gehen weiter

Kornwestheim - Im nunmehr fünften Anlauf wollen Arbeitgeber und Gewerkschaft Bewegung in die bisher festgefahrenen Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie bringen.

Eine Frau schwenkt in einem Auto eine IG Metall-Fahne. Der Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie geht in die fünfte Runde.
Eine Frau schwenkt in einem Auto eine IG Metall-Fahne. Der Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie geht in die fünfte Runde.  © Marijan Murat/dpa

Beide Seiten treffen sich am Mittwoch (11 Uhr) zu weiteren Gesprächen in Kornwestheim bei Stuttgart. Die vier vorangegangenen Verhandlungsrunden hatten keine Annäherung gebracht.

Nach ihrem Zusammentreffen vor zwei Wochen hatten IG Metall und Südwestmetall aber zumindest die Einsetzung einer Expertengruppe beschlossen, die für den Südwesten besonders bedeutsame, aber auch besonders strittige Punkte besprechen sollte.

Die IG Metall hat bereits betont, dass sie in der Lage sei, den Warnstreik-Druck noch zu erhöhen, falls sich vor Ostern in den Verhandlungen nichts bewegt. Bisher haben sich nach Gewerkschaftsangaben mehr als 167.000 Beschäftigte an diversen Warnstreik-Aktionen beteiligt.

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Die IG Metall fordert unter anderem vier Prozent mehr Geld - entweder in Form von Lohnsteigerungen oder als zumindest partiellen Ausgleich, wenn ein Betrieb in der Krise die Arbeitszeit reduziert.

Südwestmetall lehnt das ab und fordert stattdessen, tarifliche Sonderleistungen zu kürzen. Das wiederum will die Gewerkschaft nicht mitmachen.

Update: 7.50 Uhr

IG-Metall-Chef: Pilotabschluss bis Ostern möglich

IG-Metall-Bezirksleiter Roman Zitzelsberger hält im Tarifkonflikt der Metallindustrie einen Pilotabschluss bis Ostern für möglich - aber nicht unbedingt im Südwesten.

Er habe zwar wie jeder baden-württembergische Bezirksleiter immer den Ehrgeiz, den Pilotabschluss zu machen. Nordrhein-Westfalen habe aber einen einfacheren Start gehabt. "Von Arbeitgeberseite wurden vor allem wir in Baden-Württemberg mit solch vehementen Forderungen wie der Streichung von Zuschlägen konfrontiert", sagte er im Interview mit der Stuttgarter Zeitung/Stuttgarter Nachrichten (Mittwoch).

Die IG Metall müsse in der Lage sein, viele Pilotbezirke zu haben. "Entscheidend ist, dass am Ende für unsere Mitglieder etwas Gutes herauskommt."

Zitzelsberger sieht nach wie vor einen Graben, den man nicht unterschätzen dürfe, nämlich die Frage des Entgelts. Zugleich betonte er: "Es besteht die Chance, dass vor Ostern der Abschluss gelingt – aber das ist keinesfalls eine Zwangsläufigkeit."

Update 17.26 Uhr: Erste Annäherung in Metall-Tarifverhandlungen

Im nunmehr fünften Anlauf haben Arbeitgeber und Gewerkschaft im Südwesten die ersten vagen Fortschritte in den Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie erzielt. Beide Seiten sprachen nach dem Treffen am Mittwoch in Kornwestheim bei Stuttgart von konstruktiven Verhandlungen, stellten zugleich aber klar, dass man von einer Einigung noch weit entfernt sei. Zumindest aber habe die vor zwei Wochen eingesetzte Expertengruppe Ansätze zur Lösung der strittigen Fragen aufgezeigt.

Details wurden nicht genannt. Auch einen neuen Verhandlungstermin legten IG Metall und Südwestmetall nicht fest. Zunächst sollen die Experten ihre Arbeit fortsetzen, hieß es. Zugleich machte die IG Metall klar, dass sie ihre Warnstreiks unvermindert fortsetzen werde, bis ein Gesamtpaket auf dem Tisch liege.

Titelfoto: Marijan Murat/dpa

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