Noch mehr Arbeitslose? Experten rechnen mit Anstieg durch Corona-Pandemie

Stuttgart - Der Druck, den die Corona-Pandemie auf den Arbeitsmarkt ausübt, ist weiter enorm. Schon im April war die Arbeitslosigkeit kräftig gestiegen. Für den Mai ist keine Trendwende in Sicht.

Die Arbeitslosenzahlen sind angestiegen.
Die Arbeitslosenzahlen sind angestiegen.  © Jan Woitas/ZB/dpa

Die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie dürften die Arbeitslosigkeit im Südwesten noch weiter nach oben getrieben haben. 

Experten gehen davon aus, dass die Zahl der Menschen ohne Job im Mai nochmals höher war als im April, als gut 250.000 Arbeitslose in Baden-Württemberg registriert waren. Die Quote lag zuletzt bei 4,0 Prozent. 

Das Niveau aus dem Vorjahr dürfte ohnehin deutlich übertroffen werden. Im Mai 2019 hatten gut 191.000 Menschen im Südwesten keinen Job, das war eine Quote von 3,1 Prozent. Die Arbeitsagentur gibt die aktuellen Zahlen am Mittwoch bekannt.

Nachdem im März zunächst kaum Auswirkungen der Krise zu spüren gewesen waren, war die Arbeitslosigkeit dann im April sprunghaft gestiegen: im Monatsvergleich um knapp 17 Prozent, im Vergleich zum Vorjahr sogar um fast 33 Prozent. 

Einen höheren Anstieg hatte es zuletzt in der Finanzkrise 2009 gegeben.

Acht Prozent mehr Arbeitslose

Update 10.24 Uhr: Die Corona-Krise treibt die Zahl der Arbeitslosen im Südwesten weiter nach oben. Im Mai waren 270.286 Menschen ohne Job. Das waren 8 Prozent mehr als im Vormonat und gut 41 Prozent mehr als vor einem Jahr, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Stuttgart mitteilte. Die Quote stieg auf 4,3 Prozent.

"Ursache sind die Auswirkungen der Corona-Krise, die eine bereits vorher gedämpfte Konjunkturentwicklung um ein Vielfaches verstärkt haben", sagte der Chef der Regionaldirektion, Christian Rauch. Trotzdem ist es noch nicht so schlimm wie bei der Finanzkrise 2009. Damals lag die Arbeitslosenquote im Mai bei 5,2 Prozent.

Mehr als 115.000 Betriebe in Baden-Württemberg haben seit dem Ausbruch der Corona-Krise im März Kurzarbeit für inzwischen gut 1,9 Millionen Beschäftigte angezeigt. Wie viele davon tatsächlich in Kurzarbeit sind oder waren, geht aus den Zahlen nicht hervor.

Titelfoto: Jan Woitas/ZB/dpa

Mehr zum Thema Stuttgart Wirtschaft:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0