Autos bauen in Zeiten von Corona: Daimler fährt die Produktion wieder hoch

Stuttgart/Sindelfingen - Der Autobauer Daimler fährt nach einer ersten Lockerung der Corona-Maßnahmen die Produktion wieder hoch.

Sindelfingen: Ein Daimler-Mitarbeiter mit Mundschutz bei der Produktion der S-Klasse.
Sindelfingen: Ein Daimler-Mitarbeiter mit Mundschutz bei der Produktion der S-Klasse.  © Marijan Murat/dpa

Im Werk Sindelfingen können dadurch 17.000 Mitarbeitern - fast die Hälfte der Belegschaft von 35.000 Beschäftigten - wieder zur Arbeit gehen. Das allerdings nur unter strengen Sicherheitsvorkehrungen, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.

"Es gibt viel Disziplin in der Belegschaft und auch eine Freude, dass es wieder losgeht - Autobauen wird immer Teamarbeit sein", sagt Sindelfingens Werkleiter Michael Bauer am Donnerstag bei einer Telefonkonferenz. Es sei schön, zu sehen, wie jeder für den anderen mitdenke.

Und das ist auch nötig, denn einfach ist der Wiederanlauf nicht. Kollegen mit Vorerkrankungen etwa, die zur Corona-Risikogruppe gehören, würden nur an sicheren Stellen eingesetzt. 

Wo sich der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht einhalten lasse, herrsche Maskenpflicht. Auch insgesamt werden die Mitarbeiter mit Masken versorgt, und zwar aus der eigenen Produktion. Sogar auf der Busfahrt zur Arbeit erhalten sie die Masken ausgehändigt.

Die Produktion der E-Klasse und der S-Klasse läuft in Sindelfingen derzeit einschichtig, bei der S-Klasse will man kommende Wochen auf 100 Prozent hochfahren. "Vom Ablauf her hat sich nichts verändert, aber es wurden zum Beispiel die Pausenzeiten versetzt, um Gruppenbildung zu reduzieren, und die Sitzordnung der Kantine ist ebenfalls optimiert worden", sagte Bauer.

Darüber hinaus gebe es zusätzliche Pausen im Arbeitsprozess, um Reinigungen umzusetzen. Die Reinigungen erfolgten doppelt so häufig wie normalerweise.

Der Anspruch sei, dass alle Mitarbeiter bei der Arbeit so sicher seien wie in der Öffentlichkeit - oder sogar noch sicherer, sagte der stellvertretende Betriebsratschef Ergun Lümali.

Allerdings: "Die Aufträge und die Wiederbelebung der Wirtschaft müssen kommen." So etwa die Abwrackprämie und die Kaufprämie, um der gebeutelten Automobilindustrie unter die Arme zu greifen.

Titelfoto: Marijan Murat/dpa

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