Bekleidungshersteller produziert Atemschutzmasken: Wegen hoher Nachfrage keine Lieferung vor Mai

Burladingen - Der Bekleidungshersteller Trigema, der normalerweise Sport- und Freizeitkleidung herstellt, produziert nun Atemschutzmasken. So viel sollen diese kosten.

Trigema ist in die Produktion von Atemschutzmasken eingestiegen. (Symbolbild)
Trigema ist in die Produktion von Atemschutzmasken eingestiegen. (Symbolbild)  © Roland Weihrauch/dpa

Das Unternehmen aus dem schwäbischen Burladingen verkauft über den Online-Shop Atemschutzmasken, die in Deutschland genäht werden. 

Unter der Produktbeschreibung: "Wiederverwendbare Behelfs- Mund- und Nasenmaske zum Binden (10 St.) Weiss" kann der Kunde für stolze 120 Euro die Masken erwerben.

Das sind 12 Euro pro Stück. In einem Firmenvideo wird die Herstellung und die einzelnen Schritte eines Nähers gezeigt, die vermutlich wenige Minuten Arbeitszeit in Anspruch nehmen. 

Dabei wird ein Stück Stoff, das zur Hälfte aus Baumwolle, zur anderen Hälfte aus Polyester besteht, durch Falten zusammengenäht, ein Draht durchgeführt, das Trigema-Fähnchen aufgenäht und zuletzt je nach Produktausführung Gummibänder oder ein Band zum Schnüren angebracht. 

Trigema weist darauf hin, dass die Masken keine Zertifizierung haben und nicht medizinisch oder anderweitig geprüft werden.

Trigema weist in der Produktbeschreibung darauf hin, dass die Masken keine Zertifizierung haben und nicht medizinisch oder anderweitig geprüft werden. Zudem handele es sich um kein Medizinprodukt und keine Schutzausrüstung. 

Die Maske biete keinen Schutz für den Träger, sondern "bietet nur für Dritte eine gewisse Schutzfunktion vor größeren Tröpfchen des Trägers", wie es weiter in der Produktbeschreibung heißt. Die Maske sei zudem nur für den Alltag bestimmt. 

Für einen wiederverwendbaren Stoffkittel verlangt das Unternehmen pro Stück 69 Euro. 

Gegenüber dpa sagte Unternehmens-Chef Wolfgang Grupp Ende März, als der Bekleidungshersteller auf die Produktion von Masken umschwenkte, dass Trigema wegen der Corona-Krise rund 50 Prozent des Absatzes weggebrochen sei, da das Unternehmen seine Testgeschäfte schließen musste. "Da war ich nicht ganz undankbar, dass ich vorher großspurig gesagt habe: Ich kann das nähen", sagte Grupp. Dem Unternehmen lagen demnach im März bereits große Aufträge von Kliniken, Pflegeheimen und Behörden vor. 

Gegenüber der Welt erklärte Firmenchef Gupp: "Der Preis ist für mich angemessen, wenn die Löhne und Sonderausgaben gedeckt sind. Ich habe gerne geholfen, aber ich kann die Masken nicht verschenken."

Aufgrund der Corona-Krise  müssten die Preise so hoch sein, damit der Betrieb nicht bankrott gehe. "Der deutsche Lohn ist gedeckt, und ich garantiere die Arbeitsplätze", so Grupp.

Der Preis tut der Nachfrage jedenfalls keinen Abbruch. Die Werke arbeiten derzeit auf Hochtouren, "dennoch können wir die riesige Flut an Bestellungen nicht innerhalb kürzester Zeit bewältigen", schreibt der Hersteller auf seiner Homepage. 

Wer sich privat einen Trigema-Atemschutz kaufen möchte, muss bei heutiger Bestellung mit einer Lieferzeit bis zur zweiten Monatshälfte Mai rechnen.

Titelfoto: Roland Weihrauch/dpa

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