Über 20 Fenster in Johanneskirche demoliert: Polizei schnappt Tatverdächtigen!

Stuttgart - Nachdem in der Nach auf Samstag enormer Schaden in der Stuttgarter Johanneskirche angerichtet wurde, hat die Polizei einen Tatverdächtigen geschnappt!

Über 20 Fenster waren in der Johanneskirche demoliert worden.
Über 20 Fenster waren in der Johanneskirche demoliert worden.  © Andreas Rosar/Fotoagentur Stuttgart

Am Sonntag wurde ein Deutscher (37) festgenommen, wie Staatsanwaltschaft und Polizei am Montagnachmittag mitteilen.

"Eine Passantin verständigte am Samstagmorgen gegen 10 Uhr die Polizei, nachdem ein unbekannter Mann andere Personen im Bereich des Feuersees belästigt haben soll", heißt es in der Mitteilung.

Offenbar war er zuvor aus der Johanneskirche an der Gutenbergstraße gekommen. Die alarmierten Beamten konnten den gemeldeten Mann zwar nicht mehr antreffen, stellten allerdings den Vandalismus innerhalb der Kirche fest.

"Bei einer weiteren Überprüfung des Tatortes am Sonntagvormittag lief ein Mann, auf den die bestehende Personenbeschreibung zutraf, an der Kirche an der Gutenbergstraße vorbei", ist weiter zu lesen.

Als die Polizisten den 37-Jährigen kontrollierten, fanden sie in einer seiner Taschen mehrere elektronische Geräte, die mutmaßlich aus einem Diebstahl an einer Baustelle im Bereich des Feuersees stammen. Sie nahmen den Mann, der im Verdacht steht, auch in der Kirche randaliert zu haben, daraufhin fest.

Tatverdächtiger soll sich vor Frau entblößt haben

Parallel laufende Ermittlungen der Bundespolizei ergaben, dass der 37-Jährige in der Nacht zum Samstag zudem an der Haltestelle Feuersee randaliert haben soll.

Unter anderem soll der Mann einen Bauzaun in den Gleisbereich geworfen haben, einen Feuerlöscher aus einer S-Bahn und Werkzeuge von einer Baustelle in diesem Bereich gestohlen haben.

Außerdem wird er verdächtigt, sich kurz vor Mitternacht an der S-Bahn-Haltestelle Hauptbahnhof vor einer in einer S-Bahn sitzenden Frau entblößt zu haben.

Der polizeibekannte und wohnsitzlose deutsche Staatsbürger kommt im Lauf des Montags vor den Haftrichter. Wie berichtet, waren in dem Gotteshaus über 20 Fenster demoliert worden. Der angerichtete Schaden geht in die Zehntausende.

Landesbischof zeigt sich erschüttert

Die Ermittler gehen nicht davon aus, dass die Tat in der Kirche einen religiösen Hintergrund hatte. Zu den möglichen Motiven des Verdächtigen, der wohnungslos sei, machten sie keine näheren Angaben.

"Der ideelle Schaden ist beträchtlich", sagte der Pfarrer der Gemeinde. Auch der württembergische evangelische Landesbischof Frank Otfried July zeigte sich erschüttert. "Die Verwüstung in der Johanneskirche in Stuttgart ist widerwärtig, die Zerstörung löst Verstörung aus", sagte er.

Die Randale bezeichnete er als einen "Akt exemplarischer Dummheit" und forderte den Täter auf, sich zu entschuldigen.

Titelfoto: Andreas Rosar/Fotoagentur Stuttgart

Mehr zum Thema Stuttgart: