Apples Security-Chef soll die Polizei mit iPads bestochen haben!

Santa Clara (USA) - Hat der Sicherheitschef von Apple iPads für die Bestechung der Polizei verwendet? Der kalifornische Sheriff soll im Gegenzug mehrere Dokumente ausgestellt haben, die zum Tragen einer versteckten Waffe befähigen.

Thomas Moyer, der internationale Sicherheitschef von Apple, soll einen kalifornischen Sheriff mit iPads bestochen haben.
Thomas Moyer, der internationale Sicherheitschef von Apple, soll einen kalifornischen Sheriff mit iPads bestochen haben.  © Eric Muench

Im kalifornischen Santa Clara wurden am Montag ungeheure Vorwürfe bekannt. Wie die Webseite CNBC berichtete, soll Thomas Moyer, der Sicherheitschef des Konzern-Giganten Apple, die örtliche Polizei bestochen haben. Das geht aus einem Dokument hervor, welches von dem Anwalt Jeff Rosen veröffentlicht wurde.

Demzufolge soll Moyer dem Büro des Sheriffs 200 iPads im Wert von mehr als 70.000 Dollar (circa 59.000 Euro) versprochen haben, wenn dieser ihm im Gegenzug vier Waffengenehmigungen ausstellt. Diese sollen für Apple-Mitarbeiter gedacht sein, die ihnen das Tragen einer versteckten Handfeuerwaffe erlaubt.

Moyer arbeitet seit mehr als 14 Jahren bei dem US-amerikanischen Unternehmen. Seit geraumer Zeit besetzt er den Posten des Sicherheitschefs. Das Büro des Sheriffs ist für den Raum Cupertino zuständig, dem Hauptsitz von Apple.

Die Anschuldigung gegen Moyer ist Teil einer großen Untersuchung. Denn der Sheriff soll in mehreren Fällen Waffengenehmigungen ausgestellt und dafür Geld erhalten haben.

In Kalifornien ist das Tragen einer Waffe nur mit einer Lizenz erlaubt, welche man erhält, wenn man einen speziellen Schusswaffenkurs absolviert hat und einen "guten Zweck" nachweisen kann. Der Sheriff hat das letzte Wort, wenn es darum geht, diese Genehmigung auszustellen.

Apple verteidigt seinen Sicherheitschef Thomas Moyer

Der Sheriff von Santa Clara soll Bestechungsgelder angenommen haben. (Symbolbild)
Der Sheriff von Santa Clara soll Bestechungsgelder angenommen haben. (Symbolbild)  © David J. Phillip/AP/dpa

Eine Untersuchung aus dem Frühjahr 2020 hatte ergeben, dass Spender für die politische Kampagne des Sheriffs eine 14-mal größere Wahrscheinlichkeit hatten, die Lizenz zu erhalten als diejenige, die keine finanzielle Unterstützung angeboten hatten. Bei weiteren Prüfungen wurde man auf Moyer aufmerksam.

Ed Swanson, der Anwalt von Moyer, ist von der Unschuld seines Klienten überzeugt. "Er hat nichts Falsches getan und hat während seiner gesamten Karriere mit höchster Integrität gehandelt. Wir haben keinen Zweifel daran, dass er im Prozess freigesprochen wird", heißt es in einer Erklärung.

Auch ein Apple-Sprecher stellte klar, dass Moyer in keinerlei Weise ein Fehlverhalten habe erkennen lassen.

Die versprochenen iPads hatte das Büro des Sheriffs niemals nutzen können. Denn diese sollen vernichtet worden sein, nachdem im August 2019 ein Durchsuchungsbefehl aufgrund von versteckten Unterlagen im Büro des Sheriffs vollstreckt worden war.

Wie die New York Times untersucht hatte, ist Kalifornien der Bundesstaat mit den strengsten Waffen-Gesetzen. Am einfachsten ist es, in Nevada im Besitz einer Waffe zu kommen. Sollten die Anschuldigungen wahr sein, war das wohl ein Grund, weshalb sich Moyer zu diesem Weg gezwungen sah.

Titelfoto: Bildmontage/Eric Muench&David J. Phillip/AP/dpa

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